05.02.2003
München (05.02.03) - "Trotz des seit Jahren anhaltenden Rückgangs im Wohnungsbau, der natürlich auch die Umsetzung der 12 Bayerischen Siedlungsmodelle deutlich beeinträchtigt hat, gibt es Anfang 2003 beachtliche Ergebnisse. So zeigen die inzwischen fertig gestellten Abschnitte, dass durch intelligente Planung und koordinierte Baudurchführung ein ökologisch und sozial orientierter Städte- und Wohnungsbau kostengünstig verwirklichbar ist. Im Rahmen der 12 Siedlungsmodelle sind aktuell bereits 1.957 Wohnungen fertig gestellt oder in Bau, für weitere 706 Wohnungen sind die Baugrundstücke vermarktet und laufen die Hochbauplanungen. Das aktuelle Programm ist damit zu über der Hälfte umgesetzt", sagte Innenminister Dr. Günther Beckstein anlässlich des nunmehr vorliegenden Beteiligungsberichtes des Freistaates Bayern 2002.
Laut Beckstein träte der Wohnungsbau ohne staatliche Initiativen ganz auf der Stelle. Deshalb und um neue Erkenntnisse für einen zukunftsweisenden Wohnungs- und Städtebau zu gewinnen, wurde Mitte der 90er Jahre das Programm "Siedlungsmodelle" aufgelegt. Dafür setzt der Freistaat Bayern insgesamt 100 Millionen Euro aus Privatisierungserlösen als stark zinsverbilligte Darlehen ein. Die thematischen Schwerpunkte der Modellprojekte reichen vom flächensparenden Bauen, integrierten Energiekonzepten, neuen Lösungen bei der Ableitung und Nutzung von Niederschlagswasser, Wohnungsangeboten zur sozialen Integration und flexiblen familienfreundlichen Wohnungstypen bis hin zu innovativen Lösungen für eine auf die Qualität des Wohnumfeldes abgestimmte Verkehrserschließung. Durch intelligente Planung und koordinierte Baudurchführung soll erreicht werden, diese Ziele sehr kostengünstig zu verwirklichen und zwar mit bis zu 25 Prozent reduzierten Baukosten gegenüber herkömmlichen Lösungen. Beckstein: "Die Förderung von ohnehin Marktgängigem kann kein Ziel staatlicher Förderpolitik sein."
Auch das Mitte der 90er Jahre angelaufene Programm "Siedlungsmodelle" konnte sich dem dramatischen und damals nicht absehbaren Rückgang auf dem Wohnungsmarkt nicht entziehen. Die massiven Einbrüche bei den Wohnungsbaugenehmigungen in Bayern um 57 % seit 1994 machten eine Anpassung an geänderte Marktverhältnisse erforderlich. Weil der Markt in Passau, Kempten und Bayreuth für innovativen Städte- und Wohnungsbau gänzlich erschöpft war, wurden dort die Projekte nach Fertigstellung erster Bauabschnitte qualifiziert beendet. Die Projekte werden nun dort außerhalb des Programms mit konventioneller Bebauung weitergeführt. Für Günzburg wird zur Zeit über eine entsprechende Lösung verhandelt. Die 12 Siedlungsmodelle umfassen damit nunmehr insgesamt 4.252 Wohnungen.
Dass der Anteil der ausbezahlten Darlehen nicht dem Anteil der fertig gestellten Wohnungen entspricht, überrascht nicht. In den meisten Fällen waren erhebliche Vorleistungen für Grunderwerb, Altlastenbeseitigung oder städtebauliche Planungen erforderlich, ehe der erste Spatenstich für Wohnungen erfolgen konnte. Beckstein betonte, dass die Siedlungsmodelle trotz äußerst schwieriger Rahmenbedingungen für die Bau- und Wohnungswirtschaft mit fachlich hervorragenden Ergebnissen und wirtschaftlich verantwortbaren Lösungen umgesetzt werden.
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