07.10.2003
München (07.10.03) Die Oberste Baubehörde hat in einer ersten Auswahl Wohnquartiere in Augsburg, Bayreuth, Dachau, Deggendorf, Neu-Ulm, Nürnberg, Regensburg und Schweinfurt in das neue Modellvorhaben "Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt" aufgenommen. Das Modellvorhaben ist ein „Fitness-Programm“ für noch intakte kleinere Quartiere, die aber bereits Defizite in der Bausubstanz der Gebäude und im Wohnumfeld aufweisen. Ziel des Programms ist es, die noch stabilen Bewohnerstrukturen durch bauliche und belegungsrechtliche Maßnahmen zu erhalten und zu stärken. Dafür stehen zunächst drei Millionen Euro aus Mitteln des Experimentellen Wohnungsbaus bereit. Das Programm soll voraussichtlich bis zum Jahr 2007 laufen.
Eine Vernachlässigung des Wohnungsbestandes kann sich nachteilig auf die Struktur seiner Bewohner auswirken und soziale Spannungen verursachen. Als Präventionsprogramm für noch intakte, kleinere Quartiere hat die Oberste Baubehörde im Rahmen ihrer Initiative "Zukunft des Wohnungsbaus" das Modellvorhaben "Lebendige Wohnquartiere für Jung und Alt" ins Leben gerufen. Die in das Programm aufgenommen Wohnquartiere wurden so ausgewählt, dass sowohl Wohnungsunternehmen als auch Genossenschaften bayernweit unterschiedliche Erfahrungen in der Schaffung und im Erhalt sozial stabiler Bewohnerstrukturen sammeln können. Alle acht Quartiere decken dabei jeweils einen typischen Problembereich ab wie etwa die Neukonzeption des Wohnumfeldes um den Bayreuther Menzelplatz oder der Umbau von Kleinstgrundrissen mit Kochnischen zu familientauglichen Wohnungen in Regensburg-Kumpfmühl. Das Modellvorhaben zeichnet sich durch einen umfassenden Ansatz aus, wobei die architektonische Neugestaltung eine wichtige Herausforderung darstellt. Das Spektrum der geplanten Maßnahmen reicht von der Verbesserung der Wohnqualität durch Änderung der Grundrisszuschnitte, ihre Erweiterung durch Terrassen und Balkone, den Einbau energiesparender Haustechnik, der Neukonzeption von Hauszugängen und der Aufwertung von Freiflächen bis hin zum Bau von Gemeinschaftseinrichtungen. Die beispielhaften Projekte sollen den Gemeinden und Wohnungsunternehmen kostengünstige und dauerhafte Lösungen für wirtschaftlich tragfähige, attraktive und sichere Wohnquartiere aufzeigen. Die soziale Wohnraumförderung in Bayern hat dafür bereits bei der Umsetzung der Wohnungsbaurechtsreform die rechtlichen Grundlagen geschaffen und das Instrumentarium für die Erhaltung sozial stabiler Bewohnerstrukturen nachhaltig verbessert.
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