15.03.2004
Berlin (15.03.04) Nach einer aktuellen Umfrage der Landesbausparkassen (LBS), an der sich elf unabhängige Institute aus Wissenschaft und Beratungspraxis beteiligt haben, zeigt sich, dass der jährliche Neubaubedarf in der Bundesrepublik insgesamt nicht weiter sinken wird, sondern eher wieder über die Marke von 300.000 Wohneinheiten wachsen wird.So prognostizieren vier Institute für den Zeitraum 2005 bis 2010 einen Neubaubedarf, der um mehr als zehn Prozent über dem Fertigstellungsergebnis des Jahres 2002 (290.000 neue Wohneinheiten) liegt. Fünf weitere befragte Experten sehen den erforderlichen Neubau für den Rest des Jahrzehnts in etwa auf dem aktuellen Niveau. Nur zwei Institute weichen mit einer pessimistischeren Prognose vom generellen Experten-Trend ab.
Hinter den Zahlen stecken differenzierte Annahmen für die unterschiedlichen Regionen. Das wird v.a. an den unterschiedlichen Einschätzungen für die alten und neuen Bundesländer deutlich. Während sich die von den Experten erwarteten Bedarfszahlen für Westdeutschland zwischen knapp 200.000 und annähernd 300.000 Wohneinheiten bewegen, schwanken die Vorhersagen für Ostdeutschland deutlich stärker, nämlich zwischen lediglich 25.000 und über 60.000.
Wichtig für die mittelfristige Nachfrage ist nach Einschätzung der Experten von LBS Research aber, dass die Bevölkerung nach der Statistik noch weiter zunimmt. Zudem werden die Haushalte im Schnitt immer kleiner, sowohl durch jüngere Singles als auch durch allein stehende Senioren. Deshalb steigt die Zahl der Haushalte weiter an, in Ostdeutschland noch rund ein Jahrzehnt, im Westen der Republik noch bis weit nach dem Jahr 2020.
Unterschiedliche Einschätzungen gibt es bei den Experten zu der Frage, ob der künftige Schwerpunkt der Neubautätigkeit bei selbstgenutztem Wohneigentum oder beim Mietwohnungsbau liegt. Die klare Mehrheit geht jedoch davon aus, dass der Wohnungsbaubedarf in Zukunft noch stärker als bisher von Eigentumsinteressenten getragen wird, auf die heute bereits über 70 Prozent des Neubaus entfallen.
Die Ergebnisse dürfen nach Auffassung der Experten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es müsse vor einer Schere zwischen steigender Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Neubauangebot gewarnt werden.
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