Bundesarchitektenkammer e.V.
Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen
Berlin
- 10.07.2014
Ettinger-Brinckmann: Baukultur und Bauqualität stärken
Neubau und Modernisierung von Wohnraum an Kriterien der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz orientieren | Möglichkeiten des Vergaberechts im Interesse qualitätsorientierten Planens und Bauens vollumfänglich nutzen: Architekten- und Planungswettbewerbe | Architekten stehen bereit, Potentiale für Klimaschutz, Ressourcen-effizienz und demografischen Wandel zu identifizieren und nachhaltig umzusetzen
„Neubau und Modernisierung von Wohnraum müssen an Kriterien der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz orientiert sein und die Baukultur im Blick haben“, fordert Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, anlässlich der Unterzeichnung des ‚Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen‘ in Berlin. „Da Architektur den Alltag der Menschen unmittelbar prägt und einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf ihre Lebensqualität hat, darf beim Bauen und Sanieren der Qualitäts-faktor nicht zu Gunsten rein ökonomischer Aspekte vernachlässigt werden.“ Die Bundesarchitektenkammer e.V. ist Mitunterzeichner und Bündnispartner beim „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“.
Die Architektin setzt sich dafür ein, dass beim Neu-, Aus- und Umbau sowie der Modernisierung eine ganzheitliche Betrachtung der Maßnahmen erfolgt und die Möglichkeiten des Vergaberechts für ein qualitätvolles Bauen vollumfänglich zur Anwendung kommen: „Bei einem gesellschaftlich und sozial so bedeutsamen Anliegen darf bürgerschaftliche Partizipation nicht nur ein Schlagwort sein. Wir müssen mittels Planungs- und Architektenwettbewerben auf Transparenz setzen; diese Wettbewerbe sind erklärter und anerkannter Gegner der Vergabe im Hinterzimmer. Die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ist grundlegende Voraussetzung für die Akzeptanz der Bau- und Sanierungsmaßnahmen – aber auch für eine zukunftsorientierte, innovative und selbstbestimmte Entwicklung des Gemeinwesens.“
„Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, darf nicht dazu führen, dass uniforme Einheitsentwürfe zum Tragen kommen. Vorschläge ‚von der Stange‘ sind selten geeignet, eine optimale Lösung für die komplexen Herausforderungen zu finden“, ist Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, überzeugt. „Dank ihres ganzheitlichen Ansatzes und Denkens verfügen Architekten über die erforderliche Sachkenntnis, beim Planen und Bauen die Potentiale für Klimaschutz, Ressourceneffizienz und demografischen Wandel zu identifizieren und bei diesen sozial so bedeutsamen Bau- und Sanierungsvorhaben auch nachhaltig umzusetzen.“ Sie erklärte weiter, es komme dabei auch auf die Expertise der Stadtplaner und Landschaftsarchitekten an, etwa bei der Entwicklung von Konversionsflächen, der Verdichtung im innerstädtischen Raum und bei der Gestaltung des unmittelbaren Wohnumfeldes sowie der privaten und öffentlichen Freiräume.
Diese Potentiale mittels Ideenwettstreit in Architekten- und Planungswettbewerben zu heben, werde zu den besten Lösungen für städtebauliche, architektonische und baulich-konstruktive Aufgaben führen, ist Barbara Ettinger-Brinckmann überzeugt. Sie versichert: „Die Architekten in Deutschland stellen ihre Sachkunde und Kompetenz sehr gerne in den Dienst des ‚Bündnis‘ für bezahlbares Wohnen und Bauen‘.
Das „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ soll die Voraussetzungen für den Bau und die Modernisierung von Wohnraum in guter Qualität vorzugsweise im bezahlbaren Marktsegment verbessern und wirkungsvoll zur Angebotsausweitung in den Ballungsgebieten mit Wohnraummangel beitragen. Die Bündnispartner streben gemeinsam die Deckung des Wohnungsbedarfs durch Neubau sowie Aus-, Umbau oder Modernisierung bestehender Gebäude an. Der sozialen Wohnraumförderung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, ebenso dem Klimaschutz, der Ressourceneffizienz und den Herausforderungen des demografischen Wandels. Das Bündnis wurde am 10. Juli 2014 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Berlin aus der Taufe gehoben.
(Quelle: Bundesarchitektenkammer e.V.)
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