

Beim 23. Bayerischen Ingenieuretag am 23. Januar 2015 haben Dipl.-Ing. Univ. Michael Kordon, 1. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und Ministerialdirektor Dipl.-Ing. Univ. Helmut Schütz (Foto rechts), der Leiter der Obersten Baubehörde in Vertretung von Staatsminister Joachim Herrmann den mit 10.000 Euro dotierten Ingenieurpreis 2015 verliehen. Das Thema des Ingenieurpreises 2015 lautete „Ingenieure setzen Maßstäbe“.
Die Preisverleihung erfolgte traditionell im Rahmen des Bayerischen Ingenieuretags der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau vergibt alle zwei Jahre den Ingenieurpreis an besonderes herausragende Projekte aus den verschiedenen Fachgebieten von Ingenieuren im Bauwesen.
Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter erklärt: „Mit dem Ingenieurpreis 2015 würdigt die Kammer innovative technische Ingenieurleistungen. Diese vereinen Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Innovation bei der Planung, Errichtung und Nutzung. Durch den Preis machen wir das kreative Potential der bayerischen Ingenieure im Bauwesen für die Öffentlichkeit sichtbar.“
Mit dem mit 6.000 Euro dotierten ersten Platz des Ingenieurpreises 2015 wurde das Ingenieurbüro Dr. Schütz Ingenieure
aus Kempten mit der Erneuerung des Wertachtalübergangs bei Nesselwang
ausgezeichnet.
Das besondere des Projekts: Durch einen neu entwickelten
Bauvorgang war der gleichzeitige Verschub des neuen und der Ausschub des
alten Überbaus möglich. So ist eine robuste und unterhaltsarme Brücke
entstanden. Dass die Gitterroste der alten Brücke weiterverwendet
wurden, drückt den Willen zum verantwortungsbewussten Umgang mit den
Ressourcen aus.
Dazu kommt, dass wegen Schonung des Tals und der
Weiterverwendung der Unterbauten, die Umweltverträglichkeit und die
Nachhaltigkeit deutlich erhöht wurden.
Entwurf:
DR. SCHÜTZ INGENIEURE, Kempten
Staatliches Bauamt Kempten
Ausführungsplanung:
DR. SCHÜTZ INGENIEURE, Kempten
Bauherr:
Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Staatliche Bauamt Kempten
Prüfingenieur:
Dr.‐Ing. Walter Schmitt, Gräfelfing
Ausführung:
Matthäus Schmid GmbH & Co. KG, Baltringen
Bilfinger MCE GmbH, Linz, Österreich
Der zweite Platz, dotiert mit 4.000 Euro, ging an inrotec Ingenieurbüro für Innovative.Rohr.Technologie GmbH
aus Markt Erlbach (Mittelfranken) für die Neuerrichtung der
Schiffsanlegestelle für die Regensburger Kristallflotte.
Bei diesem
Projekt war das Ziel, trotz der starken Wasserstandschwankungen der
Donau einen genehmigungsfähigen Dalben zu entwickeln und dabei ein
sicheres Liegen der Schiffe auch bei Hochwasser zu gewährleisten. Unter
Dalben versteht man die Verbindung von mehreren Pfählen zum Beispiel aus
Holz, Stahl, oder Beton, an denen Schiffe festgemacht werden.
Für das
Projekt wurde ein zweiteiliges System aus Trag- und Schwimmdalben
genutzt. Dieses passt sich in seiner Länge dem Wasserstand an. Die dabei
entstehende Geräuschentwicklung durch das Gleiten von Stahl auf Stahl
wurde berücksichtigt. Die Lösung war der Einbau von hoch abriebfesten
Gleitelementen aus UHMW-PE-Material.
Planung, Ausschreibung, Bauüberwachung für Stahl‐ und Wasserbau:
inrotec ‐ Ingenieurbüro für lnnovative.Rohr.Technologien GmbH,
Markt Erlbach
Auftraggeber:
Donauschiffahrt Wurm+Köck GmbH & Co.OHG, Passau
Prüfstatik:
Dr.‐lng. Johannes‐Stefan Kreutz, Nürnberg
Stahlbau ‐ Fertigung der Dalben:
Stawa Konstruktions GmbH für den Stahlwasserbau, Dortmund
Statik:
Wilhelm Cornelius, Wörthsee
Bauausführung Stahlwasserbau:
Domarin Tief‐ ,Wasserbau und Schiffahrtsgesellschaft mbH, Vilshofen
Einen Sonderpreis erhielt die AJG Ingenieure GmbH
aus München für die Errichtung einer Überdachung für den
Großmengenwertstoffhof an der Mühlangerstraße in München.
Um die
Recyclingquoten zu erhöhen, entwickelte der Abfallwirtschaftsbetrieb
München das Konzept von Großmengenwertstoffhöfen. Die Münchner Bürger
können in zwei „Wertstoffhof plus“ genannten Großmengenwertstoffhöfen
größere Mengen von Abfall anliefern.
Die notwendige Tragwerksplanung für
die beiden Großmengenwertstoffhöfe übernahm die AJG Ingenieure GmbH.
Dazu gehörten auch die Planungen für die Überdachung der
Containeraufstellflächen.
Ingenieurbüro:
AJG Ingenieure GmbH
Bauherr:
Abfallwirtschaftsbetrieb München
Entwurfsverfasser:
Adam Architekten
Projektleitung:
LH München, Baureferat H25
Fotos: Birgit Gleixner (Preisträger) sowie Dr. Schütz Ingenieure, inrotec Ingenieurbüro für Innovative. Rohr. Technologien GmbH, AJG Ingenieure GmbH
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