24.01.2005 München
Der erste Preis geht an Dipl.-Ing. Matthias Scholz für die Erweiterung des Bahnsteigs am U-Bahnhof Marienplatz in München.
Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat im Rahmen des 13. Bayerischen Ingenieuretags, der am 21. Januar 2005 im Rahmen der Messe BAU im ICM der Neuen Messe München stattfand, die Preisträger des Ingenieurpreises 2005 „Ingenieure bauen im Bestand“ ausgezeichnet. Der 1. Preis ist mit € 5000,- dotiert und geht an Dipl.-Ing. Matthias Scholz, Beratender Ingenieur, für die Erweiterung des Bahnsteigs am U-Bahnhof Marienplatz in München.
Spektakulärer kann Ingenieurbau kaum sein: Um die Bahnsteige des U-Bahnhofs Marienplatz in München zu erweitern und damit auch für das enorme Fahrgastaufkommen während der Fußball-WM 2006 gewappnet zu sein, werden derzeit parallel zu den bestehenden Bahnsteigen neue Fußgängertunnels durch das Erdreich getrieben. Die Rahmenbedingungen dafür sind allerdings alles andere als einfach. Während der gesamten Bauzeit muss der U- und S-Bahn-Betrieb aufrecht erhalten werden, und unmittelbar über der Baustelle steht das Münchner Rathaus. Um dieses vor Beschädigungen zu schützen, wurde das komplette Erdreich vereist und das Rathaus somit leicht angehoben. So können keine Setzungen des Bodens auftreten, die beispielsweise zu Rissbildungen im Gebäude führen könnten.
Dies ist allerdings nur ein Aspekt einer Fülle von ingenieurtechnischen Maßnahmen, die die Erweiterung des U-Bahnhofs erst möglich gemacht haben. Der Münchner Beratende Ingenieur Dipl.-Ing. Matthias Scholz aus dem Büro Schmitt Stumpf Frühauf und Partner hatte diesen Sondervorschlag eingereicht, der zusätzlich enorme Vorteile im Kosten-Nutzen-Verhältnis hat. Die Bauzeit wird sich gegenüber den ursprünglichen Planungen nun um rund fünf Monate verkürzen was zu erheblichen Einsparungen führt.
Für die Jury des Ingenieurpreises 2005 unter Vorsitz von Prof. Harald Stricker war dies Grund genug, Matthias Scholz mit dem 1. Preis auszuzeichnen. Die Ehrung wird beim 13. Bayerischen Ingenieuretag am 21. Januar 2005 vorgenommen.
Doch damit nicht genug der Ehre für den innovativen Ingenieur. Die Bayerische Staatsregierung wird Matthias Scholz für die Planungen des Bauvorhabens mit dem Staatspreis würdigen. Der Staatspreis, der mit € 3.500 dotiert ist, wird von Staatsminister Erwin Huber, MdL überreicht. Erstmals wurde der Staatspreis 2001 von Staatsminister Dr. Günther Beckstein gestiftet. gewürdigt werden damit vorbildliche Planungen oder Baumaßnahmen des „öffentlichen Bauens“.
Den 2. Preis, dotiert mit € 2500,- erhält Dipl.-Ing. Univ. Andreas Baur, Beratender Ingenieur, Baur Consult Haßfurt, für die Erneuerung des Behälters Burgberg in Erlangen. Er realisierte die Erneuerung eines bestehenden Wasserbehälters, wobei über die gesamte Bauzeit die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten werden musste. Die Jury würdigte dabei insbesondere das ingenieurtechnische „Schachspiel“, in dem Schritt für Schritt Altes durch Neues ersetzt wurde, und die gelungene Einfügung der Neubauten in die gewachsene und landschaftlich hoch attraktive Umgebung.
Der 3. Preis, der mit € 1250,- dotiert ist, geht an Dipl.-Ing. Walter Bamberger, Beratender Ingenieur, Ingenieurbüro Walter Bamberger, Pfünz. Er hat für die Neugestaltung des Galeriesaals im Schloss Neuburg eine Tages- und Kunstlichtdecke entwickelt, bei der die Lichtfarbe des einfallenden Tageslichts gemessen und durch künstlich erzeugtes Licht ergänzt wird. Dies ermöglicht eine gleichmäßige indirekte Ausleuchtung des Ausstellungsraums. Die Jury würdigte hierbei insbesondere das integrative Zusammenspiel von Ingenieurleistung und Raumgestaltung als „vorbildhafte Arbeit, wie man sie sich im Idealfall für das Bauen vorstellt“.
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