Ingenieurpreis 2005

27.01.2005     München

Mit dem Ingenieurpreis 2005 wurden komplexe hochinnovative Baumaßnahmen ausgezeichnet.

Nicht nur Fachkreise, sondern auch die Münchner Bevölkerung ist fasziniert von einer Baumaßnahme, die sich derzeit unterhalb des Marienplatzes im Herzen der Stadt abspielt. Die bestehenden Röhren des U-Bahnhofs werden durch parallel verlaufende Fußgängertunnels erweitert. Somit erhöht sich die Kapazität des Bahnhofs deutlich, was insbesondere im Hinblick auf die Fußball-WM 2006 notwendig ist. Ermöglicht wird die Realisierung der schwierigen Bauaufgabe durch die Zusammenarbeit aller an Planung und Bau Beteiligten: Ausgeführt wird der von der Fa. Max Bögl initiierte Sondervorschlag, der unter Mitarbeit der Ingenieurbüros Bayreuther (Geotechnik und Wasserhaltung), Dr.-Ing. Orth GmbH (Baugrundvereisung), Univ.-Prof. Dr.-Ing. H. Schulz (Gesamtgutachter) und der Ingenieurgemeinschaft Schmitt Stumpf Frühauf und Partner (Ausführungsplaner) ausgearbeitet und vom Baureferat Hauptabteilung U-Bahn-Bau der Landeshauptstadt München beauftragt wurde. Stellvertretend für das an der Planung beteiligte Team wurde im Rahmen des 13. Bayerischen Ingenieuretags Dipl.-Ing. Matthias Scholz vom Ingenieurbüro SSF – als Mitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau – mit dem Ingenieurpreis 2005 ausgezeichnet.

Die Bauverfahren beim Bau der Bahnsteigerweiterung am U-Bahnhof Marienplatz in München sind nicht neu – und doch ist ihre kombinierte Anwendung und die Komplexität der Bauaufgabe insgesamt einmalig. Entsprechend groß ist das Interesse der Öffentlichkeit. In zahlreichen Zeitungsartikeln wurde bereits über die ingenieurbautechnische Meisterleistung berichtet, die Vortriebe im Schutz einer Kombination von Grundwasserabsenkung und Firstvereisung unter dem Rathaus verformungsarm vorantreiben zu können. So wurde erreicht, dass der Sitz der Münchner Stadtverwaltung keinen Schaden nimmt. Das Wissensmagazin „Galileo“ des Fernsehsenders Pro7 wird am Freitagabend, ebenfalls über die Bauarbeiten berichten (28.01., 19.25 Uhr).

Eine derart komplexe Planungs- und Bauaufgabe ist nur zu bewältigen, wenn die ausführende Firma, alle am Projekt beteiligten Ingenieure und auch der Bauherr ihr gesamtes Wissen und Können einsetzen. Am Münchner Marienplatz ist dies geschehen. So wurde es möglich, sowohl die umgebende Bausubstanz, also das Rathaus und die bestehenden Tunnelröhren zu schützen, als auch einen permanenten Betrieb von U- und S-Bahn aufrecht zu erhalten. Dies trägt ebenso zum großen volkswirtschaftlichen Nutzen bei wie die Tatsache, dass durch die gewählten Konstruktionen und Bautechniken die vom Bauherren zunächst kalkulierte Bauzeit um nahezu fünf Monate unterschritten werden kann. Dies führt zu deutlichen Einsparungen.

Der Ingenieurpreis der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau wird alle zwei Jahre vergeben. Prämiert werden damit ingenieurtechnische Leistungen, die durch Mitglieder der Kammer erbracht oder an denen sie beteiligt waren.

Komplexe Baumaßnahmen wie die Erweiterung des U-Bahnhof Marienplatz zeigen einmal mehr, wie wichtig das harmonische, sich ergänzende Zusammenspiel aller am Bau Beteiligten ist, um schlussendlich optimale Lösungen für planerische und bautechnische Herausforderungen zu realisieren.

 


 

 

 

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