In der Nacht fand eine kontrollierte Sprengung der in Schwabing entdeckten Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg statt. Nachdem die unmittelbare Gefahr gebannt ist, müssen nun Statiker die umliegenden Gebäude auf ihre Standsicherheit hin prüfen. Noch in der Nacht wurde der U-Bahn-Verkehr wieder freigegeben, nun nehmen die fachkundigen Ingenieure die Häuser unter der Lupe.
29.08.2012 - München
„Die Verantwortlichen haben in dieser Ausnahmesituation sehr gut und schnell reagiert. Die Statiker unter den Ingenieuren wurden sofort hinzugezogen und prüfen nun die Standsicherheit der angrenzenden Gebäude. Hier zeigt sich die immense Bedeutung der Ingenieure für die Gesellschaft“, sagt. Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil Norbert Gebbeken, 2. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und Experte für Explosions- und Katastrophenschutz sowie Statik.
„Um die Standsicherheit der Gebäude nach der Bombensprengung zu bewerten, müssen die hinzugezogenen Statiker zunächst das Gebäude von außen begutachten und die Konstruktionsweise prüfen. Für Schwabing ist ein reiner Mauerwerksbau typisch, der tragend ist. Eine schnelle Überprüfung ist daher oberstes Gebot. Im zweiten Schritt begutachten die Fachleute die Gebäude von innen, suchen u.a. in den einzelnen Räumen nach Rissen im Mauerwerk. Nach fachkundigen Einschätzungen wird dann entschieden, ob die Bewohner in ihre Häuser zurück können oder nicht“, erklärt Professor Gebbeken.
„Sollten Bewohner nach der Rückkehr Auffälligkeiten in ihrer Wohnung bemerken, sollten sie sofort einen Experten einschalten. Hier sollte man jeder auf Nummer sicher gehen“, so Gebbeken weiter. „Falls durch die kontrollierte Sprengung Schäden entstanden sein sollten, ist dies zwar für die Bewohner keine gute Nachricht. Man muss sich aber klar machen, dass ein längeres Abwarten zu einer freien Sprengung hätte führen können – und die Schäden, die dadurch möglicherweise aufgetreten wären, stehen in keinem Verhältnis zu denen, die eventuell durch die kontrollierte Sprengung verursacht sein könnten. Klarheit wird hier die Arbeit der Statiker und Sachverständigen bringen“, erklärt Gebbeken weiter.
Professor Gebbeken steht als Experte der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau für Interviews zum Thema Katastrophenschutz und Standsicherheit zur Verfügung. Den Kontakt vermittelt auf Anfrage die Pressereferentin der Kammer, die unter Tel. 089/419434-27 bzw. s.amtmann@bayika.de zu erreichen ist.
Bayerische
Ingenieurekammer-Bau
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Schloßschmidstraße 3
80639 München
Telefon 089 419434-0
info@bayika.de