Pfusch am Bau vermeidbar

Billig ist selten wirklich gut

 

17.12.2012  -  München

Die „Welt am Sonntag“ berichtete gestern über zunehmenden Pfusch am Bau bei Eigenheimen. Private Bauherrn sollen durch eine Gesetzesnovelle künftig besser vor schlechter Leistung geschützt werden, so die WamS. Dr-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, erklärt dazu: „Zu Recht erwarten die Eigentümer von den Firmen, die sie beauftragen, eine gute Qualität. Doch wie in jeder Branche gibt es auch im Bauwesen gute und schlechte Leistungen. Für Laien ist es leider nicht so einfach, zu erkennen, wer seine Leistung bringt und wer nicht. Doch es gibt einige Kriterien, die Privatleuten helfen können, dies besser einzuschätzen.“

„So banal es vielleicht klingen mag: schauen Sie auf den Preis. Bei Angeboten, die einen deutlich niedrigeren Preis als die Mitbewerber verlangen, sollten Sie sehr genau hinsehen. Gute Qualität hat ihren Preis, das gilt auch im Bauwesen. Wer Leistungen zum halben Preis anbietet wie die Konkurrenz, kann nie im Leben die gleiche Leistung liefern. Bauherrn, die zu sehr auf billig setzen, setzen sich einem größeren Risiko aus“, erläutert Dr. Schroeter. „Häufig wird an der Planung gespart und das rächt sich hinterher. Bauherrn sollten einen neutralen Ingenieur mit der Planung und Bauüberwachung beauftragen. Dieser ist dann auch für die Kontrolle der ausführenden Baufirma verantwortlich und entlastet den Bauherrn dadurch maßgeblich“, ergänzt Dr. Schroeter.

Dr. Schroeter hat noch einen weiteren Tipp für private Bauherrn: „Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau hat Vertragsmuster erarbeitet, die in ihrer Ausrichtung neutral sind und somit von Auftraggebern wir Auftragnehmern gleichermaßen gut genutzt werden können. Hier sind alle Bestandteile enthalten, die in einem Planervertrag geregelt werden müssen. Zusätzlich können auch Privatleute die Rechtsberatung der Kammer in Anspruch nehmen.“ Kostenlos ist der Download der Vertragsmuster: alt.bayika.de/de/download

Neben dem Neubau ist die Sanierung älterer Häuser ein großes Betätigungsfeld im Bauwesen. Die Energiewende ist bei den Bürgerinnen und Bürgern angekommen und viele wollen die Energiebilanz ihrer Häuser verbessern und entsprechend nachrüsten. „Das oberste Gebot für Bauherrn ist hier, auf mögliche Interessenkonflikte zu achten. Erstellt z.B. eine Heizungsfirma den Energieausweis und empfiehlt gleichzeitig den Kauf einer neuen, teuren Heizungsanlage, sollten Bauherrn eine zweite Meinung einholen. Unter Umständen ist bereits mit dem Austausch von Fenstern und Türen viel erreicht“, sagt Dr.-Ing. Ulrich Scholz, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Am besten lassen Sie solche Gutachten von unabhängigen Personen, z.B. von Beratenden Ingenieuren, erstellen. Die haben kein Interesse daran, Ihnen zusätzlich noch bestimmte Produkte zu verkaufen. So können Sie sicher sein, eine wirklich neutrale Einschätzung zu bekommen und die beste Lösung für Ihr Haus“, führt Dr. Scholz aus.

Dr. Schroeter fügt hinzu: „Die Bezeichnung ‚Energieberater‘ ist leider nicht geschützt – und zieht so auch schwarze Schafe an. Bauherrn können hier auf Nummer sicher gehen, indem sie einen Energieberater wählen, der auf der Onlineplattform www.energieeffizienz-planer.de geführt ist. Die dort gelisteten Personen wurden von den Ingenieur- und Architektenkammern der Bundesländer geprüft. Die Kammern betreiben aktiven Verbraucherschutz, indem sie sicherstellen, dass die auf diesem kostenlosen Portal gelisteten Fachleute die nötige Sachkunde haben, sich regelmäßig qualifiziert fortbilden und unabhängig sind.“

Über die Energieberatung hinaus können Bauherrn über die ebenfalls kostenfreie Planer- und Ingenieursuche der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau für die verschiedenen Aufgaben im Bauwesen seriöse Fachleute finden. Mitglieder der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sowie Personen, die in eine der gesetzlichen Listen eingetragen sind, die von der Kammer gepflegt werden, müssen die strengen Anforderungen der Kammer erfüllen. Auf diese Fachleute können Verbraucher getrosten bauen: www.planersuche.de

Pressemitteilung (pdf)

 

 

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