Welttag des Wassers am 22. März
20.03.2013 - München
Wasser ist die Lebensgrundlage aller Menschen, Tiere und Pflanzen. Umso unverständlicher ist es, dass Tag für Tag riesige Mengen an Wasser verschwendet werden. Jeder sollte sich fragen, was er an seinem Verhalten ändern kann, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau fordert, bestehende Technologien zur Trinkwasseraufbereitung besser zu nutzen, in weitere Forschungsvorhaben zu investieren und Anreize zu schaffen, Wasser zu recyceln.
„Wasser-Recycling muss in den Industrienationen einen höheren Stellenwert gewinnen“, fordert Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Während in einigen Ländern der Erde die Menschen krank werden, weil sie kein sauberes Trinkwasser haben, wird es bei uns im wahrsten Sinne des Wortes die Toilette heruntergespült. Die allermeisten Toilettenspülungen hierzulande werden mit Trinkwasser gespeist. Viel sinnvoller wäre es natürlich, hier so genanntes „Grauwasser“, also gering verschmutztes, fäkalienfreies Abwasser, oder Regenwasser zu nutzen. Die technischen Lösungen haben die Ingenieure im Bauwesen schon entwickelt. Nur eingesetzt werden sie viel zu selten. Die Umstellung ist derzeit aber finanziell nicht lukrativ“, erklärt Lyssoudis.
Während es bei Neubauten verhältnismäßig einfach ist, auf Grauwasserverbrauch bei Toilettenspülungen umzustellen, ist die Nachrüstung bei Bestandsgebäuden oft zu aufwändig – und nicht ganz billig. Ein Liter Trinkwasser kostet einen Cent. Das Umrüsten aber ist eine größere Investition. „Jeder Bürger verbraucht jeden Tag rund 100 Liter Trinkwasser – dabei gehen mehr als 20 Liter auf das Konto von Toilettenspülungen. Nur wenn der Staat Anreize schafft, Hausbesitzern die Umrüstung finanziell zu erleichtern, oder die finanziellen Vorteile bei der Nutzung von Grauwasser ansteigen, wird sich etwas ändern“, so Lyssoudis. „Wasser-Recycling ist eine zentrale Zukunftsaufgabe unserer Gesellschaft. Wir Ingenieure können diese Aufgabe bewältigen – nun ist es an den Bürgern, uns mit der Umsetzung zu beauftragen und an der Politik, für die Rahmenbedingungen für einen finanziellen Anreiz solcher Lösungen zu sorgen“, resümiert Lyssoudis.
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