Richtig heizen und lüften

Für ein angenehmes Raumklima, gegen Schimmelbildung

 

11.12.2013  -  München

Um Schimmelbildung in der Wohnung vorzubeugen, ist das richtige Heizen und Lüften im Winter besonders wichtig. Für ein optimales Raumklima dürfen Räume nicht überhitzen und nicht auskühlen. Dipl.-Ing. (FH) Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, informiert, worauf Mieter und Eigentümer achten sollten.

Regelmäßiger Luftaustausch
Um „dicke Luft“ in den Wohnungen zu vermeiden, ist auch im Winter Lüften Pflicht. Mehrmals täglich sollte in allen Räumen gelüftet werden. Das Fenster zu kippen, bringt dabei wenig. Effektiver ist das Stoßlüften, bei dem die Fenster für etwa 5-10 Minuten komplett geöffnet werden. Dabei kühlen die Bauteile weniger aus. Wer „querlüftet“, also gleichzeitig gegenüberliegende Fenster öffnet, muss die Fenster nur rund 1-5 Minuten öffnen. Drehen Sie schon vor dem Lüften die Heizung ab und machen Sie die Fenster erst auf, wenn die Heizung abgekühlt ist. Durch regelmäßiges Lüften beugt man Schimmelbildung vor – und Kopfschmerzen, denn die entstehen durch verbrauchte, kohlendioxidhaltige Luft. In Neubauten übernimmt das Lüften in der Regel eine Wohnraumlüftung.

Alarmsignal: Kondenswasser an Fenstern
Kondenswasser an den Fensterrahmen ist ein Alarmsignal. Die Wassertröpfchen zeigen an, dass zu viel Feuchtigkeit im Raum ist. Und Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze. Besonders leicht setzt sich die Feuchtigkeit in Ecken fest, denn hier ist die Luftbewegung geringer. Bildet sich Kondenswasser großflächig, so ist dies häufig ein Zeichen für zu geringen Wärmeschutz. Eigentümer sollten prüfen, ob sie ihre Wärmedämmung nachrüsten können.

Wasser ist gasförmig in der Luft vorhanden. An kalten Stellen wie Fenstern perlt es und wird als Wassertropfen sichtbar. Durch Lüften wird überschüssige Luftfeuchtigkeit nach draußen transportiert. Besonders wichtig ist das im Bad, in der Küche und in Räumen, wo Wäsche zum Trocknen aufgehängt bzw. gebügelt wird. Die Luftfeuchtigkeit kann man mit einem Hygrometer messen. Die Luftfeuchtigkeit sollte idealerweise zwischen 45% und 60% liegen.

Konstant heizen
In Wohnräumen sind in der Regel 21 Grad ausreichend. Jedes Grad mehr an Temperatur lässt die Heizkostenrechnung um ca. 5% ansteigen. Halten Sie die Türen zu kühleren Räumen geschlossen. Keller und Räume, die wenig genutzt werden, sollten immer frostfrei bleiben.

Sorgen Sie für eine konstante Temperatur in allen Räumen. Mit Blick auf das Raumklima, aber auch auf die Heizkosten, ist es sinnvoller, in allen Räumen für eine Grundwärme zu sorgen als in einem Raum auf höchster Stufe zu heizen und durch das Öffnen der Zimmertür die angrenzenden Räume mitzuheizen. Je neuer ein Gebäude ist, umso weniger spielen Absenkmechanismen in der Heiztemperatur eine Rolle. Da neuere Gebäude weniger an Wärme verlieren, kühlen diese auch bei abgeschalteter Heizung weniger ab. Dennoch sollte man die Heizungstemperatur bei längerer Abwesenheit oder auch in der Nacht minimieren.

Wärmedämmung oder Haustechnik nachrüsten?
Eigentümer von Altbauten können durch eine Wärmedämmung der Außenfassade die Heizkosten drastisch reduzieren. Wer sein Haus energetisch sanieren möchte, sollte aber sowohl die Wärmedämmung wie auch die Haustechnik auf den Prüfstand stellen. Schon alleine die Nachrüstung einer hocheffizienten Heizungspumpe oder der ordentliche hydraulische Abgleich der Heizung sparen Betriebskosten. Wichtig ist, die Maßnahmen unbedingt auf einander abzustimmen. Fachleute beraten Eigentümer beispielsweise in der Frage, welche Heizanlage mit welchen Maßnahmen in der Gebäudehülle harmoniert und welche Reihenfolge der energetischen Modernisierung sinnvoll ist. Achten Sie unbedingt darauf, einen unabhängigen Experten zu Rate zu ziehen. Der Begriff „Energieberater“ ist nicht geschützt. Wird Ihnen bei der Beratung sehr schnell zu einer bestimmten Maßnahme geraten – z.B. neue Heizanlage, neue Fenster, neues Dach – prüfen Sie zur Sicherheit, ob bei dieser Beratung nicht vielleicht ein Interesse am Verkauf bestimmter Produkte bestehen könnte.

Unabhängige Energieberatung bekommen Hausbesitzer bei Ingenieuren und Architekten. Kompetente Fachleute finden Hausbesitzer auf der Website www.planersuche.de. Bei der Suche nach sachkundigen Planern unterstützt Sie gerne auch das Ingenieurreferat der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau unter der Telefonnummer 089/419434-81.

Pressemitteilung (PDF)

 

 

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