Mit welchen baulichen Maßnahmen kann man die Auswirkungen terroristischer Angriffe so gering wie möglich halten?
23.03.2016 - München
Nach den Anschlägen von Brüssel sind sich Terrorexperten mehrheitlich einig: diese Anschläge waren nicht die letzten. Wir müssen damit rechnen, dass Europa erneut zum Ziel terroristischer Angriffe wird. Doch es gibt eine Reihe baulicher Maßnahmen, mit denen man die Auswirkungen solcher Attentate abmindern kann, weiß Prof. Dr. Norbert Gebbeken, 2. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, der seit 9/11 verstärkt auf dem Gebiet des baulichen Schutzes der Zivilbevölkerung bei Anschlägen forscht.
„Geschossartige Glassplitter, Ausbauteile wie Deckenverkleidungen und Leichtbauwände und Einrichtungsgegenstände sind typische Schwachstellen der baulichen Infrastruktur, durch die Menschen getötet oder verletzt werden. Das war bei den Anschläge in Paris, London, Madrid und auch jetzt in Brüssel der Fall“, sagt Prof. Gebbeken.
„Inzwischen gibt es explosionssichere Gläser und Glasfassaden, die allerdings teurer sind als Normalglas. Erst 2015 wurden sichere Stadtmöblierungen und Anpflanzungen wissenschaftlich untersucht, um Auswirkungen von Anschlägen auf die Zivilbevölkerung mit Hilfe von architektonisch und landschaftlich ansprechenden baulichen Maßnahmen zu reduzieren. Derartige bauliche Systeme sollten verstärkt zum Schutz des urbanen Raums eingesetzt und für so genannte „kritische Infrastrukturen“, also Institutionen und Einrichtungen von besonderer Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, verbindlich vorgeschrieben werden“, fordert Gebbeken.
„Wenn wir schon nicht verhindern können, dass Anschläge passieren, müssen wir wenigstens alles dafür tun, die Folgen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Inzwischen gibt es im Bereich des Bauingenieurwesens wichtige Forschungsergebnisse, die Leben retten können. Das müssen wir jetzt umsetzen", sagt Prof. Dr. Norbert Gebbeken, der als Prüfingenieur weltweit kritische Infrastrukturen baulich bewertet, ausgelegt und überprüft.
Prof. Dr. Norbert Gebbeken ist Leiter des Forschungszentrums RISK (Risiko, Infrastruktur, Sicherheit und Konflikt) an der Universität der Bundeswehr München und als Präsident der International Association of Protective Structures einer der weltweit führenden Wissenschaftler zum baulichen Schutz bei außergewöhnlichen Einwirkungen (Naturgefahren, Havarien, Terrorismus).
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