Die Gewinner des Bayerischen Denkmalpflegepreises 2010 stehen fest: Der Preis in Gold in der Kategorie Öffentliche Bauwerke geht an die die Burg Dollnstein in Oberbayern. In der Kategorie Private Bauwerke gewann die Ritzmannshofer Mühle in Fürth in Mittelfranken. Die Kategorie Private Bauwerke ist mit einer Preissumme von insgesamt 10.000 Euro dotiert.
Mit der Auszeichnung,die alle zwei Jahre vergeben wird, würdigen die Kammer und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege das Engagement privater und öffentlicher Bauherren, die sich in vorbildlicher Weise für denkmalgeschützte Bauwerke in Bayern eingesetzt haben. Die Leistung des Ingenieurs soll maßgeblich zum Erfolg der Instandsetzung beigetragen haben. Ausgezeichnet werden der Bauherr und das entsprechende Bauwerk. Der Preis soll dazu beitragen, Leistungen des Bauherren zusammen mit den beauftragten Ingenieuren verstärkt ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und beispielhaft zu wirken.
Die Preisträger wurden am 7. September 2010 bei der Preisverleihung im Neuen Schloß Schleißheim von Innenminister Joachim Herrmann und dem Präsidenten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Dr.-Ing Heinrich Schroeter, bekannt gegeben und ausgezeichnet.
Die Auslobung war ein großer Erfolg: „Mehr als 60 Bewerbungen verdeutlichen die Fülle baulicher Denkmäler in Bayern“, so Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter. Die Jury sei von der Qualität der eingereichten Projekte und Ideen beeindruckt gewesen. In den beiden Kategorien wurden jeweils vier Preise vergeben. Die Leistungen von Bauingenieuren beim Erhalt historischer Bauwerke fände oft im Verborgenen statt, so Schroeter: „Haustechnik-Anlagen sollen möglichst unauffällig sein und grundlegende Ingenieurleistungen wie bauphysikalische Untersuchungen, Vermessungsleistungen oder Bauablaufplanungen sind am sanierten Denkmal nicht mehr ablesbar.“
Staatsminister Herrmann betonte in seiner Rede die Bedeutung der Denkmalpflege: „Die Denkmalpflege will keine historischen Kulissen ohne Nutzwert schaffen, sondern historische Substanz mit Leben erfüllen und in die Zukunft integrieren“, so Hermann in seiner Rede. Historische Bauwerke prägten das Erscheinungsbild eines Ortes und seien wertvolle Kulturgüter. Der Minister ging auch auf die Herausforderungen beim Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes ein. Dies sei oft nur möglich, wenn eine zeitgemäße Nutzung gefunden werden könne, die mit moderner Technik einhergehe. „Ziel aller Beteiligten muss eine verträgliche und schonende Einbindung von neuen Elementen in historische Substanzen sein“, so Herrmann.
Die Bewahrung des baukulturellen Erbes sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, deshalb unterstütze der Staat die Pflege und den Erhalt denkmalgeschützter Bauwerke. Der Minister lobte die Gewinner und nannte ihre Projekte vorbildlich: „An realisierten Beispielen sehen Eigentümer und Bauherren, dass Denkmalschutz nicht im Widerspruch zu einer modernen und zeitgemäßen Nutzung steht.“ Der Bayerische Denkmalpflegepreis mache Eigentümern und Bauherren Mut, sich für den Erhalt ihrer Denkmäler einzusetzen.
► Broschüre Preisträger 2010 (PDF)
► Rede Kammerpräsident Dr.-Ing. Schroeter zum Runterladen (PDF-Datei)
► Rede Staatsminister Herrmann zum Runderladen (PDF-Datei)
Bei der Instandsetzung der Burg Dollnstein wurde eine hervorragende Lösung für die Sanierung eines bereits nahezu zerstörten Baudenkmals gefunden. Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes ist auch nach der Sanierung ablesbar.
Besonders hervorzuheben ist, dass ein erheblicher Anteil an konstruktiven Oberflächenbefunden durch das Einbringen von Subsidiärkonstruktionen erhalten werden konnte. Aus denkmalpflegerischer Sicht besitzen diese Stützkonstruktionen eine hervorstechende Qualität in allen Details und ordnen sich dezent dem historischen Bestand unter.
Bauherrin: Marktgemeinde Dollnstein
Architekt/Objektplaner: Architekturbüro Feulner und Häffner, Ellingen
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Burges + Döhring, Bayreuth
Gebietsreferenten: Dr. Michael Mette, Dr. Florian Koch
►Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)

Dipl.-Ing.(FH) Günter Döhring vom Ingenieurbüro Burges + Döhring (links) und Hans Harrer (1. Bürgermeister der Marktgemeinde Dollnstein) bei der Preisverleihung.
Die Generalsanierung der Akademie der Bildenden Künste München umfasste neben der Wiederherstellung des Dachgeschosses auch dessen Erweiterung.
Umfassende Neuordnungen innerhalb des Gebäudes mit Entkernungen, neuen Treppenräumen, Liftanlagen sowie die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstungen brachten das Haus auf einen zeitgemäßen Standard. Die Auseinandersetzung mit den umfangreichen Anforderungen an detaillierte Lösungen führte laut Jury zu innovativen Ergebnissen.
Bauherr: Freistaat Bayern – Staatliches Bauamt München 1
Architekt/Objektplaner: Braun und Partner Architekten, München
Tragwerksplaner: Planungsgruppe Brachmann, Gesellschaft für vernetztes Bauen, München
Gebietsreferent: Dr. Uli Walter
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Silber ging an die Akademie der Bildenden Künste in München: Baudirektor Albrecht Grundmann, Dipl.-Ing. Alexander Brachmann und Dipl.-Ing.(FH) Andreas Reithmayer.
Der für den täglichen Büroablauf in einer Justizverwaltung erforderliche Einbau von Schrank- und Regalanlagen, die große Lasten aufnehmen können, stellte die Planer vor erhebliche Probleme.
Eine unproblematische Lösung wurde durch den Einbau von Stahlträgern oberhalb der künftigen Regale erreicht, die sich von Tragwand zu Tragwand spannen.
Diese Idee sei eine außergewöhnliche denkmalpflegerische Leistung, die den Verlust an historischen Oberflächen fast vollständig vermieden habe, urteilte die Jury.
Bauherr: Freistaat Bayern – Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
Architekt/Objektplaner: Staatliches Bauamt Schweinfurt
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro für Bauwesen, Peter Glatt + Peter Wolf, Bad Kissingen
Gebietsreferentin: Dr. Annette Faber
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Dipl.-Ing.(FH) Peter Glatt vom Ingenieurbüro für Bauwesen Peter Glatt + Peter Wolf) und Arch. Dipl.-Ing. Holger Bothe (Leiter Staatliches Bauamt Schweinfurt) nahmen den Preis entgegen.
Die Schadensaufnahme hatte gravierende Schäden ergeben. So waren unter anderem die Diagonalstäbe, Windverbände, Knotenbleche und weitere Teile der Konstruktion stark korrodiert. Die eingesetzten Maßnahmen bestanden im Wesentlichen im Austausch von Fachwerkstäben und Einzelprofilen beziehungsweise in deren Verstärkung.
Durch den rücksichtsvollen Umgang mit den historischen Bauteilen und beachtlichen ingenieurtechnischen Sachverstand sowie die vorbildliche Zusammenarbeit vieler Fachleute auf deutscher und österreichischer Seite, konnte die Wiederherstellung der originalen Gestaltung des technischen Baudenkmals erreicht werden.
Bauherr: Freistaat Bayern – Staatliches Bauamt Traunstein
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Haumann & Fuchs, Traunstein
Gebietsreferent: Dr. Martin Mannewitz
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Den Bayerischen Denkmalpflegepreis 2010 nahmen entgegen: Leitender Baudirektor Sebald König (Leiter Staatliches Bauamt Traunstein, Dr.-Ing. Walthari Fuchs (Haumann & Fuchs Ingenieure AG), Dipl.-HTL Ing. Walter Obersamer (Fachabteilung Brückenbau, Amt der Salzburger Landesregierung), Dipl.-Ing.(FH) Heike Kallert und Dipl.-Ing. Thomas Wurbs ( beide ebenfalls Haumann & Fuchs Ingenieure AG).
In ihrer Begründung für den Sieger in der Kategorie Private Bauwerke hob die Jury besonders das enorme Engagement des Fürther Bauherren und Architekten Dr. Christofer Hornstein sowie des mit der Tragwerksplanung beauftragten Bayreuther Ingenieurbüros Burges + Döring hervor, ohne das die Ritzmannshofer Mühle verloren gegangen wäre.
Die Lage des Gebäudes nahe einer Quelle, dazu ein hoher Grundwasserspiegel und Hochwasserzeiten hatten eine Durchfeuchtung des Mauerwerks bewirkt. Auch die energetischen Sanierung war eine Herausforderung. Laut Jury haben die behutsam vorgenommenen Eingriffe die Eigenheiten des Denkmals in vorbildlicher Weise erhalten.
Bauherr: Dr. Christofer Hornstein
Architekt/Objektplaner: Dr. Christofer Hornstein, Fürth
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Burges + Döhring, Bayreuth
Gebietsreferent: Dr. Florian Koch
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Dipl.-Ing. Marion Kolbe und Dr. Christofer Hornstein (Bauherr und Architekt) nahmen den Preis entgegen.
Seit Jahren leer stehend, verfiel das Gebäude zusehends und wies an seiner Holzkonstruktion gravierende Mängel auf. Mit der Sanierung wurde durch den Rückbau des nördlichen Zwerchhauses die Wiederherstellung des historischen Kehlbalkendachsystems möglich.
Grundsätzlich orientierten sich Materialwahl und angewandte Techniken an historischen Traditionen und baubiologischen Grundsätzen. Das Gebäude ist nach Ansicht der Jury ein gelungenes Beispiel für qualitativ hochwertige und unaufdringliche Denkmalpflege.
Bauherren:Dr. Christiane Lauterbach und Dr. Dirk Witthaut
Architekt/Objektplaner: Architekturbüro Conn und Giersch, Fürth
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Wolfrum GmbH, Nürnberg
Gebietsreferenten: Dr. M. Exner, Thomas Wenderoth
► Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)

Dipl.-Ing. Stefan Wolfrum (Ingenieurbüro Wolfrum) und Bauherr Dr. Dirk Witthaut.
Raumhöhen von nur 1,85 Meter beeinträchtigten die Wohnqualität erheblich. Das Haus sollte nach seiner Sanierung zeitgemäßen Wohnbedürfnissen entsprechen. Vorgabe war, die wertvollen Wand- und Deckenvertäfelungen und den historischen Fußboden in der Stube im Erdgeschoss zu erhalten.
Durch das Anheben des Dachstuhls um 50 Zentimeter konnte eine lichte Raumhöhe von 2,05 Meter sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss erzielt werden. Besonders zu würdigen sind laut Jury die Detaillösungen bei der Anordnung der Wärmedämmung, der Fensterkonstruktion als Kastenfenster und der Verstärkung der Decke.
Bauherren: Stefanie und Mathias Kappeler
Architekt/Objektplaner: Franz Vogler, Oberstdorf
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch, Kempten
Haustechnik: Ingenieurbüro Schenk & Karlinger, Oberstdorf
EnEV: Dipl.-Ing. (FH) Dieter Herz, Weitnau
Gebietsreferent: Dipl.-Ing. Tobias Lange
► Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)

Von links: Dipl.-Ing.(FH) Dieter Herz, Stefanie und Dipl-Ing. Mathias Kappeler (Bauherr und Tragwerksplanung) bei der Preisverleihung.
Das ehemalige Wohnstallhaus aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den ältesten seiner Art in Bayern. Vor allem die Holzkonstruktion wies gravierende Mängel auf. Die Rückführung des Tragwerks in das ursprüngliche Tragsystem sowie dessen Reparatur standen im Vordergrund der Sanierungsmaßnahme.
Durch dezente konstruktive Lösungen konnte das vom Abriss bedrohte Baudenkmal wieder einer sinnvollen Nutzung zugänglich gemacht werden. Der Jury gefiel, dass zeitgenössische Gestaltungselemente für ergänzende Bauteile bewusst eingebracht wurden.
Bauherren: Fanny und Alois Schröppel
Architekt/Objektplaner: Dipl.-Ing. Günter Naumann, Regensburg
Tragwerksplaner: Ingenieurbüro Drexler und Baumruck, Straubing
Gebietsrefereten: Bernhard Herrmann, Dr. Hildegard Sahler

Alles über den Denkmalpflegepreis 2008, Preisträger, festliche Verleihung etc. finden Sie hier:
► Bayerischer Denkmalpflegepreis 2008
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2016
Gold - Öffentliche Bauwerke

Kloster Raitenhaslach
Gold - Private Bauwerke
Europäische Holocaustgedenkstätte

Schloss Weißenstein
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2014
Gold - Öffentliche Bauwerke

Anatomische Anstalt München
Silber - Private Bauwerke
(kein Gold vergeben)


Bayerischer Denkmalpflegepreis 2012
Gold - Öffentliche Bauwerke

Wallfahrtskirche Maria Birnbaum

Kettenstegbrücke Nürnberg
Gold - Private Bauwerke

Ofenhalle Glashütte Lamberts Waldsassen
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2010
Gold - Öffentliche Bauwerke

Burg Dollnstein
Gold - Private Bauwerke

Ritzmannshofer Mühle Fürth
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2008
Gold - Öffentliche Bauwerke

Pfarrkirche St. Ulrich Augsburg
Silber - Private Bauwerke
(kein Gold vergeben)

Pfarrhof Oberauerbach
Handwerkerhaus Forchheim
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