Sechs bayerische Bauwerke haben der bayerische Innenminister Joachim
Herrmann und der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau,
Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, am 20. September 2012 mit dem Bayerischen
Denkmalpflegepreis 2012 ausgezeichnet.
Die Gewinner der deutschlandweit einzigartigen Auszeichnung kommen aus den Regierungsbezirken Schwaben,
Mittelfranken, Niederbayern und der Oberpfalz.
Die Preisverleihung fand im Neuen Schloss Schleißheim statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Sabine Reeh, Leiterin der Redaktion Kulturberichte und Kulturpolitik des Bayerischen Fernsehens.

Mit dem Bayerischen Denkmalpflegepreis würdigen die Kammer und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege öffentliche und private Bauherren, die sich in vorbildlicher Weise für den Erhalt von denkmalgeschützten Bauwerken in Bayern eingesetzt haben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den herausragenden Leistungen der Ingenieure, die maßgeblich zum Erfolg der Instandsetzungen beigetragen haben.
Für die Gewinner der Kategorie „Private Bauwerke“ stellte die Kammer zusätzlich ein Preisgeld von 10.000 Euro bereit. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich private Bauherren der Herausforderung stellen, ein Denkmal zu sanieren. Durch das Preisgeld möchten wir diesen Einsatz besonders würdigen“, sagte Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter. In der Kategorie „Öffentliche Bauwerke“ wurde zweimal Gold verliehen. „Beide Lösungen waren herausragend, aber die Schwerpunkte der Ingenieurlösungen nicht miteinander vergleichbar. Daher: zweimal Gold“, erklärte Dr. Schroeter.
Innenminister
Joachim Herrmann betonte, dass es bei der Instandsetzung von
Baudenkmälern nie um Standardlösungen oder vielfach erprobte und
praktizierte Einheitsverfahren ginge.
„Um den Charakter eines Denkmals
zu erhalten und es dennoch für moderne Zwecke und Ansprüche nutzen zu
können, brauchen wir individuelle Lösungen. Hier sind Flexibilität,
Kreativität und Gespür für alte Bausubstanz gefragt“, sagte Joachim
Herrmann.
"Mit diesem deutschlandweit einzigartigen Schwerpunkt "Ingenieurleistung" lenkt die Bayerische Ingenieurekammer-Bau den Blick auch auf die tragenden Bauteile und die technische Ausstattung der Bauwerke und die damit verbundenen herausragenden Leistungen der Ingenieure", so Herrmann weiter
„Die Sanierung denkmalgeschützter Bauwerke ist die
Königsdisziplin im Bereich Bauen im Bestand. Und dass die Ingenieure
diese sehr gut beherrschen, hat auch die Qualität der zahlreichen
hochwertig sanierten Objekte gezeigt, die für den Preis bei unserer
Kammer eingereicht wurden“, fügte Dr. Schroeter hinzu.
Gerade die Denkmalpflege sei eine interdisziplinäre Aufgabe, bei der viele Fachrichtungen zusammenarbeiten müssen. Dazu brauche es ein offenes und konstruktives Miteinander von Bauherr, Denkmalpfleger, Ingenieur, Architekt, Restaurator und ausführenden Handwerkern.
Die ausgezeichneten Bauwerke, aber auch die weiteren eingereichten Projekte beim Bayerischen Denkmalpflegepreis zeigen anschaulich, welche herausragenden Ergebnisse diese Zusammenarbeit hervorbringe, sagte Eduard Knoll, der Vorsitzende der Jury.
Als "Eckpfeiler beim Denkmalerhalt" würdigte Prof. Dr. C. Sebastian Sommer, Landeskonservator beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, die Ingenieure und Planer: "Ohne ihre Kenntnis, ohne ihren Ideenreichtum, ohne ihren Willen, das Althergebrachte ebenfalls als wichtige menschliche Errungenschaft, ganz konkret als Bauleistung und Teil unserer Baukultur, anzuerkennen und weiterzunutzen, lassen sich eventuelle Schäden im Tragwerk, im Dachwerk, notwendige neue Sanitäreinrichtungen, energetische Ertüchtigung usw. nur zum Schaden des Objekts beseitigen bzw. einfügen." 
► Broschüre Preisträger 2012 (PDF)
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► Plakat aller Preisträger (PDF)
Mit
dem Einbau eines raffinierten subsidiären Raumtragwerkes zur Aufhängung des
zentralen Turmes über der Kuppel unter Belassung eines historischen
Ertüchtigungsversuches wurde eine überzeugende Verbindung zwischen einem
denkmalpflegerischem Konzept und einer intelligenten Ingenieurleistung
gefunden.
Bereits im 18. Jahrhundert zeigte der Apostelturm im Zentrum der gemauerten Kuppelkonstruktion Absenkungen. Dies führte zu Rissen und Verformungen an den angrenzenden Bauteilen. Nach gründlichen Voruntersuchungen wurde ein Sanierungs- und Instandsetzungskonzept erarbeitet, das zu einer „Speichenradkonstruktion“ in der Form eines räumlichen Fachwerks führte. Diese Konstruktion stellte äußerst hohe Anforderungen an die Projektierung und Ausführung, doch sie kann sowohl den Apostelturm als auch die anschließenden Bauteile des Daches tragen. Diese Ingenieurleistung behebt die grundlegenden Fehler der Erbauer und erhält das Erscheinungsbild des Denkmals so gut wie möglich.
Die Preisträger:► Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)
► Plakat (PDF)
Der
Kettensteg stellt als älteste erhaltene Hängebrücke Europas ein besonderes
Architektur- und Ingenieurbaudenkmal dar. Die Unzulänglichkeiten früherer
Umbauten und Sanierungsversuche erforderten eine grundlegende
ingenieurtechnische Aufarbeitung der schwingungsanfälligen Konstruktion.
Das Sanierungskonzept geht von einer annähernden Wiederherstellung des Systems der ursprünglichen Hängebrücke aus. Die besondere Leistung der Ingenieure bestand darin, den Steg zur Vermeidung der systembedingten Schwingungen mit einem geschweißten Stahlhohlkasten zu verstärken, der gleichzeitig als gerade verlaufender Träger die ursprünglichen »Durchhängungen« der Brücke aufhebt.
Nach der erfolgreichen Sanierung birgt das Bauwerk eine Dokumentation der historischen Entwicklung in sich. Dabei wurde die Funktion als echte Hängebrücke wiederhergestellt und auch das originale Hängewerk von 1824, die Geländerkonstruktion und die stählernen Pylone von 1909 konnten erhalten werden.

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Die
Sanierung dieses Objekts ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass eine
energetische Sanierung auch bei Baudenkmälern möglich ist. Aufgrund umfassender
bauphysikalischer Untersuchungen wurde für das Herrenschießhaus ein beispielgebendes
Konzept gefunden, das im Einklang mit den gestalterischen, denkmalpflegerischen
und ingenieurtechnischen Anforderungen steht.
In der Praxis bestätigte sich, was die Berechnungen im Vorfeld ergeben hatten: durch energieeinsparende Maßnahmen konnten die Anforderungen der EnEV 2009 um 30 % beim Transmissionswärmeverlust und um 20 % beim Primärenergiebedarf unterschritten werden.

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Die
Hallenkonstruktion mit Bogenfachwerkbindern wurde für die Industrieausstellung
1896 in Nürnberg erstellt. An ihrem neuen Standort in Waldsassen wird sie heute
als Ofenhalle verwendet. Durch Feuchte- und Fäulniseinwirkungen an der Dach-
und Binderkonstruktion entstanden Schäden an den Hölzern, die zu erheblichen
Verformungen und letztlich zum Bruch wesentlicher tragender Teile führten. Bei
einer Überprüfung der Standsicherheit im Jahr 2009 wurde akute Einsturzgefahr
festgestellt.
Außergewöhnlich ist, dass die Halle bei laufendem Betrieb instand gesetzt wurde, wobei das ursprüngliche statische System beibehalten werden konnte. Das zentrale Ziel, den Gesamtcharakter der Ofenhalle zu bewahren, und die Wirkungsweise der Konstruktion in Reminiszenz zu der damaligen herausragenden Ingenieursleistung wiederherzustellen, wurde auf beeindruckende Weise erreicht.
Die Preisträger:
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Mit
einer aufwändigen und einfühlsamen Instandsetzung und Ertüchtigung der
tragenden Bauteile wurde eine überzeugende Lösung erzielt. Die ruhige
Gestaltung der Fassaden erfüllt die Anforderungen an das Stadtbild und lässt
weiterhin den Denkmalwert erkennen.
Besonders ist der Mut des neuen Eigentümers hervorzuheben, die stark beschädigten Bauten zu übernehmen und seine Bereitschaft, diese zu sanieren. Die Unterbringung von schutzbedürftigen Personen der Lebenshilfe in den Beck’schen Häusern stellt eine ideale Lösung für die Nutzung der Gebäude dar.
An den Dachtragwerken, den Fachwerkwänden und der Gründung mussten gravierende Substanzschäden behoben werden. Um die Mindestraumhöhen im Erd- und Obergeschoss einzuhalten, durften die Raumhöhen nicht reduziert werden. Deshalb sah das statische Konzept vor, die Decke über dem Obergeschoss durch Aufrippung und den Einbau von Hängewerken aus Holz freitragend auf die Außenwände auszubilden. Dies erleichterte vorwiegend die vertikale Lastabtragung der versetzten Wände und Unterzüge im Erd- und Obergeschoss und minimierte die erforderlichen Unterzugsverstärkungen der Decken im Erdgeschoss.
Die Preisträger:► Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)
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Der
Peschl-Bräu, am Eingang zur Passauer Altstadt gelegen, wurde 1258 erstmals
urkundlich als Braustätte erwähnt. 2010 wurde für die historische Bausubstanz
eine Mischnutzung aus Gewerbe, Gastronomie und Wohnen in der Altstadt
konzipiert, die 2011 umgesetzt wurde.
Nach umfangreichem Aufmaß und Substanzuntersuchungen wurde ein Sanierungskonzept entwickelt, das einen größtmöglichen Erhalt der historischen Bausubstanz mit den heutigen Anforderungen an Haustechnik, Schallschutz und Nutzungskomfort verbindet.
Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang auch zu den oberen Stockwerken. Durch die Schaffung eines gläsernen Laubengangs wurde das Dachgeschoss für die Wohnnutzung erschlossen. Kastenfenster bieten einen guten Wärmeschutz und durch den verbesserten Schallschutz einen erhöhten Wohnkomfort in der Innenstadt.

► Informationen zum Bauwerk, zu den Projektbeteiligten und Begründung der Jury (PDF)
► Plakat (PDF)
Alles über den Denkmalpflegepreis 2010, Preisträger, festliche Verleihung etc. finden Sie hier:
► Bayerischer Denkmalpflegepreis 2010
Alles über den Denkmalpflegepreis 2008, Preisträger, festliche Verleihung etc. finden Sie hier:
► Bayerischer Denkmalpflegepreis 2008
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2016
Gold - Öffentliche Bauwerke

Kloster Raitenhaslach
Gold - Private Bauwerke
Europäische Holocaustgedenkstätte

Schloss Weißenstein
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2014
Gold - Öffentliche Bauwerke

Anatomische Anstalt München
Silber - Private Bauwerke
(kein Gold vergeben)


Bayerischer Denkmalpflegepreis 2012
Gold - Öffentliche Bauwerke

Wallfahrtskirche Maria Birnbaum

Kettenstegbrücke Nürnberg
Gold - Private Bauwerke

Ofenhalle Glashütte Lamberts Waldsassen
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2010
Gold - Öffentliche Bauwerke

Burg Dollnstein
Gold - Private Bauwerke

Ritzmannshofer Mühle Fürth
Bayerischer Denkmalpflegepreis 2008
Gold - Öffentliche Bauwerke

Pfarrkirche St. Ulrich Augsburg
Silber - Private Bauwerke
(kein Gold vergeben)

Pfarrhof Oberauerbach
Handwerkerhaus Forchheim
Bayerische
Ingenieurekammer-Bau
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