Vorträge von Prof. Dr. Klaus Töpfer und Joachim Herrmann sowie Verleihung des Ingenieurpreises 2013
München - 18.01.2013
„Der 21. Bayerische Ingenieuretag war ein voller Erfolg“, resümiert Dr.-Ing. Heinrich Schroeter (l.), Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. „Wir hatten mit Prof. Dr. Klaus Töpfer und Joachim Herrmann
großartige Referenten; wir haben drei Ingenieure, die herausragende
Projekte geplant und realisiert haben, mit dem Ingenieurpreis 2013
ausgezeichnet und mit rund 900 Gästen (u.) konnten wir obendrein einen
Besucherrekord verzeichnen“, fasst Schroeter die Veranstaltung zusammen.

„Ingenieure gestalten Zukunft“ war das Motto des diesjährigen Ingenieuretages, den die Bayerische Ingenieurekammer-Bau jedes Jahr im Januar ausrichtet. Zugleich war es das Thema des Ingenieurpreises, den die Kammer im Zweijahresrhythmus vergibt.
In seiner Rede stellte der frühere Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer (l.) besonders die Bedeutung der energetischen Zukunft heraus.
Er
betonte, dass die Energiewende keineswegs nur im Kontext der
Stromversorgung gesehen werden dürfe. Der Energiebedarf von Gebäuden
dürfe keinesfalls vergessen werden: „Es ist unmöglich, Energiewende zu
machen, ohne bei den Bestandsgebäuden etwas zu tun. Denn 40 Prozent der
Energie wird über Gebäude verbraucht.“
Töpfer forderte: „Es reicht nicht, sich auf den Neubau zu konzentrieren. Wir müssen mehr tun bei der Sanierung im Gebäudebestand!“ Er erläuterte, dass derzeit nur 1 Prozent der Bestandsgebäude pro Jahr saniert würde. „Also braucht man 100 Jahre, um durch zu sein. Und nach 50 Jahren muss man wieder von vorne anfangen“, so Töpfer. Töpfer hatte auch einen Lösungsvorschlag: man müsse die Sanierung des Bestands steuerlich fördern. Denn kein Trieb sei so stark wie der Steuerspartrieb. Das müsse man nutzen. Klar sei aber auch: „Es wird ohne Ingenieure die Energiewende nicht erfolgreich geben“.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann
(l.) sagte: "Unsere Bau- und Infrastrukturprojekte müssen ihrer Zeit
voraus sein. Denn wir bauen für die Zukunft unseres Landes. So sichern
wir die hohe Lebensqualität der Menschen in Bayern auch für kommende
Generationen. Gemeinsam mit unseren Ingenieuren und Architekten wollen
wir auch weiterhin das Bauen fördern und voranbringen.
Energieeffizientes und ressourcenschonendes Planen und Bauen, die
Nachhaltigkeit beim Bau und Betrieb von Straßen und Gebäuden und die
demografischen Veränderungen zählen dabei zu unseren wichtigsten
Handlungsfeldern."
Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Ingenieurpreis 2013 wurden anschließend das Münchner Büro von Prof. Dipl.-Ing. Christoph Ackermann und das Ingenieurbüro Bamberger aus dem Landkreis Eichstätt sowie Dipl.-Ing. Gisela Raab
aus Oberfranken ausgezeichnet. Ackermann und Bamberger belegten je
Platz eins, Frau Raab den dritten Platz. Zudem gab es zwei Lobende
Erwähnungen.
Das Büro von Prof. Ackermann bekam den Preis für das Solardach des Carports des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM). Das Ingenieurbüro Bamberger wurde für die Ausstellungsbeleuchtung der Galerie im Münchner Lenbachhaus ausgezeichnet. Gisela Raab lieferte mit ihrem Mehrfamilienhaus, das für Menschen mit multipler Chemikalienunverträglichkeit geeignet ist, ein prämierungswürdiges Beispiel für baubiologisches und ökologisches Bauen.
Lobende Erwähnungen gab es für Dipl.-Ing. Peter Voland von SSF Ingenieure AG, München, und Dipl.-Ing. Norbert Nieder von der IB Konstruktionsgruppe Bauen AG aus Kempten. Voland hatte den Neubau des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung e. V. (ZAE Bayern) in Würzburg verantwortet; Nieder die Talbrücke Enzenstetten in Seeg.
Einen ausführlichen Bericht zu den Preisträgern des Ingenieurpreises 2013 finden Sie hier:
► Ingenieurpreis 2013
Im Anschluss an die Verleihung des Ingenieurpreises gab der 2. Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken (r.), eine Zusammenfassung des Tages. Durch die Veranstaltung moderierte Dr. Wolfgang Habermeyer von BR-alpha.

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