Mittelstand kann sich nur selbst helfen

02.04.2002     München

München (02.04.02) - Die wirtschaftliche Lage ist für viele Ingenieurunternehmen schwierig. Prof. Dipl.-Ing. Karl Kling weiß das. Schließlich sitzt der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau als ehemaliger Inhaber eines schwäbischen Consultingunternehmens mit im Boot.

"Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau versteht sich als Stimme des Mittelstandes, wir helfen Kontakte zu pflegen und Beziehungen untereinander aufzubauen." Über 5.000 Mitglieder zählt die Kammer - vom Freiberufler über den Angestellten im Bau- und Planungsunternehmen bis hin zu Ingenieuren in der Bauverwaltung. Für Kling ist wichtig, dass die mittelständischen Ingenieurunternehmen vor Ort weiter existieren und nicht durch Niederlassungen von großen Unternehmen ersetzt werden. "Wir dürfen nicht müde werden, die Zusammenarbeit und die Bildung von Bietergemeinschaften von kleineren Ingenieurunternehmen zu fördern, um sie im Wettbewerb zu stärken."
Von der Bundespolitik ist Kling enttäuscht. Es gebe keine Programme für die Bauwirtschaft, die sich "selbst bereinigen" solle. Schon jetzt stehe fest, dass 2002 als weiteres Krisenjahr in die Geschichte der deutschen Bauwirtschaft eingehen wird. Die derzeitige Lage sei das Ergebnis eines aus den Fugen geratenen Baumarktes. "Zunehmende Schwarzarbeit am Bau und Billiganbieter ruinieren in nicht mehr zu verantwortender Weise den Markt und die noch intakten seriösen Firmen." Die Talfahrt am Bau sei noch lange nicht zu Ende. Zu groß seien die Überschüsse aus den Vorjahren, zu wenig lukrativ scheine Investoren die Immobilie. Die schwache Konjunktur und die Zurückhaltung der öffentlichen Hand tue ein Übriges, den Mut zu bremsen.
Für Kling ist der derzeitige Wettbewerb zwischen den großen und kleinen Unternehmen der Branche kein echter. "Es herrschen Urwaldbedingungen. Mit Billigangeboten, bei denen kein kleineres Unternehmen mithalten kann, werden - wie im Fall von Holzmann - ruinöse Strategien zu Lasten des Mittelstands gefahren. Und das sogar mit den Steuergeldern der aus dem Markt Gedrängten!" Auch die Planer seien vielfach gezwungen "Tiefstpreise" zu akzeptieren, um am Markt zu bleiben. "Wir haben momentan nur eine Möglichkeit: kostendeckend arbeiten. An der Einhaltung der gesetzlich normierten Honorarordnung für Ingenieure und Architekten (HOAI) führt für uns dennoch kein Weg vorbei. "
Als Unternehmer müsse man immer am Ball bleiben - national wie auch international, sagt Kling und praktiziert dies auch in der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Nach langen Gesprächen sei es ihm gelungen, das Bayerische Wirtschaftsministerium davon zu überzeugen, Mittel aus der High Tech-Offensive für die Exportberatung technischer Dienstleister zur Verfügung zu stellen. Mit aktuellen Ausschreibungsinformationen und einem begleitenden Serviceangebot leiste die Clearingstelle für internationale Dienstleistungskooperation an der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Planer. "Die Zufriedenheit der Nutzer mit unserer Exportberatung ist hoch. Die durch die Clearingstelle vermittelten Exportaufträge zeigen, dass unser Ansatz richtig ist."

 

 

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