Planung und Bauen den Gegebenheiten von Liberalisierung und Globalisierung anpassen

25.06.2002     München

"Unter der Doppelbelastung von konjunktureller Talfahrt und Überwindung der nachlassenden Bautätigkeit ist es gerade jetzt nötig, dass die Planungsbranche neue Impulse bekommt. Ihr Ordnungsrahmen und ihre Infrastruktur müssen auf Wachstum ausgerichtet werden.

Die Krise muss zum Anlass genommen werden, die Rahmenbedingungen von Planen und Bauen neu zu überdenken und sie den heutigen Gegebenheiten von Liberalisierung und Globalisierung anzupassen. Die Zeit ist reif für die (bau-) politische Wende." Dies erklärte Kammerpräsident Prof. Dipl.-Ing. Karl Kling beim Parlamentarischen Abend mit Mitgliedern der CSU-Landtagsfraktion, zu dem die Bayerische Ingenieurekammer-Bau am 25. Juni in München eingeladen hatte. Die Bauwirtschaft sei ein Schlüsselelement für die vernetzte Gesellschaft. Deutschland als führende Exportnation könne nicht auf eine leistungsfähige Infrastruktur, moderne Ver- und Entsorgungseinrichtungen und einen nachhaltigen Wohnungsbau verzichten. Trotz des Kahlschlags in der Branche seien weiterhin annähernd eine Million Arbeitsplätze in Deutschland auf eine wettbewerbsfähige Bauwirtschaft angewiesen. "Wir fordern klare Bekenntnisse des öffentlichen Bauherrn", so Kling. Der Parlamentarische Abend sei ein wichtiger Schritt, sich gegenüber der Politik mit Selbstbewusstsein und Geschlossenheit darzustellen und Interessen gemeinsam vorzubringen.

Der Vizepräsident der Ingenieurekammer, Dipl.-Ing. Rolf Sennewald, stellte die Bedeutung leistungsfähiger Verkehrswege für die deutsche Wirtschaft heraus: "Je globaler sich Industrie, Handel und Dienstleistungen aufstellen, desto mehr Güter- und Personenbewegungen werden nötig. Mobilität ist zum strategischen Faktor geworden. Die Unternehmen verbinden immer mehr ihrer weltweit verteilten Produktionseinheiten. Passen wir unsere Infrastrukturen nicht diesen Realitäten an, setzen wir einen unserer herausragenden Standortfaktoren aufs Spiel, den eine Exportnation wie wir braucht - die besten Wege für den Handel und den Austausch mit unseren Partnern in Europa und der Welt." Straßen-, Schienen- und die Binnenschifffahrtswege seien von ihrer Kapazität nicht auf die durch die Osterweiterung voraussehbare Nachfrageerhöhung vorbereitet, sagte Sennewald. Nach einer im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Gesamtverkehrsplans Bayern erstellten Prognose nehme die Personenverkehrsleistung aller Verkehrsträger zwischen 1998 und 2015 um 27 Prozent und die Güterverkehrsleistung zwischen 1997 und 2015 um kaum vorstellbare 80 Prozent zu.

Für den Vorsitzenden des Akademieausschusses der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Dr.-Ing. Ulrich Scholz, kann ein Hochlohnland wie Deutschland im internationalen Wettbewerb nur bestehen, wenn es seine technologischen Stärken ausbaut. Hierzu sollten durch die Gesetzgeber in München und Berlin die politischen Weichen für die Einführung einer Fortbildungsverpflichtung für alle Ingenieure im Bauwesen gestellt werden. "Durch eine solche Verpflichtung können wir deutsche Kompetenzvorsprünge beim ressourcenschonenden Planen und Bauen sichern und etwa bei der Reduktion von Verbrauch und Lärm entscheidende Fortschritte erzielen. Über unsere Planungserfolge und unsere unbestrittene Arbeitsplatz-Wirkung hinaus wird die Bedeutung von Planen und Bauen vor allem durch unseren Beitrag zur Wissensgesellschaft deutlich: Die Bauwirtschaft ist mit ihrem Anteil bei Forschung und Entwicklung ein wichtiger Schrittmacher der deutschen Wirtschaft. Industrie, Handel und Dienstleistungen können ihre Wirkung für den Standort Bayern und Deutschland nur durch optimale Rahmenbedingungen entfalten. "Hier gilt der Dreiklang: Nachfragegerechte Infrastruktur, gleiche Wettbewerbsbedingungen und zukunftsorientierte Aus- und Fortbildung," so Scholz.

 

 

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