12.09.2002 München
München - Nach einer gemeinsamen Analyse der Hochwasserereignisse, von denen in Bayern auch insbesondere Niederbayern, die Oberpfalz und Schwaben betroffen waren, fordern die Bauwirtschaft, die Planer und die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, die Infrastrukturen der Hochwasser-, Abwasser- und Informationssysteme zu überprüfen.
Die bayerischen Städte und Gemeinden sind aufgefordert, ihre jeweiligen Hochwasserschutz- und Abwassersysteme dringend überprüfen und gegebenenfalls sanieren und ausbauen zu lassen. Hingewiesen wurde auf die übergroßen Niederschlagsmengen, wie sie in letzter Zeit verstärkt auftraten und auch künftig zu erwarten seien.
Im Freistaat Bayern sei schon bisher eine erhebliche Vorsorge gegen Hochwasser festzustellen gewesen. Auch fördert der Freistaat Bayern seine Abwasserkanal- und Wassersysteme, sowie den Ausbau der Retentions- und Versickerungskapazitäten erheblich. Gleichwohl müsse jetzt nach den Katastrophenhochwässern eine Anpassung an die Euronormen geschehen und alle Anlagen im Freistaat überprüft werden, um künftig möglichst schadlos die zunehmenden Niederschlagsmengen und Abwässer bewältigen zu können.
Der Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände, Dipl.-Ing. (FH) Helmut Hubert, wie auch der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dipl.-Ing. Karl Kling, forderten heute in München, dass die Infrastrukturen im Land auf Euro-Normen überprüft werden, damit mögliche Zukunftsprobleme rechtzeitig bewältigt werden können. Auch wenn Kommunen gegenwärtig stark finanziell belastet seien, würde an der falschen Stelle im Interesse der Bürgerinnen undBürger und der Umwelt gespart werden, wenn gerade die Investitionen für die Infrastruktur von Wasser und Abwasser unterblieben. Diese Investitionen seien weitaus weniger aufwendig als die Kosten für die Beseitigung von Hochwasserschäden, die bei Unterlassung der dringend gebotenen Sanierungen auftreten würden. Insbesondere forderten die Verbände und die Kammer, dass die Staatsregierung überprüft, inwieweit eine Elementarversicherung als Solidarversicherung künftig abzuschließen sei, um gegen vergleichbare Katastrophenhochwässer, Erdbeben, Blitzschlag und Fälle höherer Gewalt die Bürgerinnen und Bürger abzusichern.
Die Bayerischen Baugewerbeverbände sind der Wirtschaftsverband aller 72 bayerischen Bauinnungen mit ca. 5.000 mittelständischen Baubetrieben und ca. 70.000 Arbeitnehmern. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau vertritt über 5.000 Ingenieure in Bayern.
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