Hohe Auszeichnung für Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

13.12.2002     München

MÜNCHEN - Dem Präsidenten der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dipl.-Ing. Karl Kling, ist am Donnerstag, 12.12. 2002, in einem Festakt Grad und Würde des Doktors ehrenhalber der Universität der Bundeswehr München verliehen worden. Dekan Univ.-Prof. Dr.- Ing. Wolfgang Reinhardt begrüßte im Audimax der Universität zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

In seiner Laudatio würdigte Bundesminister a.D. Dr. Theo Waigel die Lebensleistung von Karl Kling. "Er hat als Reaktion auf Ereignisse und Folgen des zweiten Weltkriegs nicht den Rückzug ins Private gewählt, sondern sich für persönliches, gesellschaftliches und politisches Engagement entschieden", sagte Waigel. Dabei habe Kling den schwierigsten Weg, das Risiko der freiberuflichen Tätigkeit, gewählt. Und dies mit weltweitem Erfolg. Wie kein anderer habe sich Karl Kling als Mitglied des Bayerischen Landtags für den Berufsstand der Ingenieure, aber auch für den Umweltschutz, die Versöhnung von Wirtschaft und Natur und für den Mittelstand eingesetzt. "Er wollte keine staatliche Gängelung, sondern Selbstverwaltung", so Waigel, der den entscheidenden Beitrag Klings für die Errichtung einer Ingenieurkammer in Bayern herausstellte. Kling habe als Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und als Präsident der Bundesingenieurkammer immer über den Tellerrand hinaus geschaut: "Sein Engagement für Kooperationen mit vielen europäischen Ingenieurkammern- und Verbänden entspringt dem tiefen Verständnis für die Notwendigkeit einer europäischen Zusammenarbeit", so Waigel.

Die Vizepräsidentin der Universität, Univ.-Prof. Dr. phil. Merith Niehuss, erläuterte die Vorgehensweise bei der Verleihung einer Ehrenpromotion: "Seien Sie versichert, dass die Universität sich mit Ihren Leistungen, die Sie im Laufe eines erfolgreichen Berufslebens vollbracht haben, sehr genau auseinander gesetzt hat." Zunächst mache die Fakultät einen Vorschlag, welcher von allen Gremien der Universität "auf Herz und Nieren" geprüft werde. Dann beschäftigten sich Ehrungskommission, Hochschulleitung und erweiterte Hochschulleitung mit dem Fall. Die Verleihung der Ehrenpromotion setzte voraus, dass der zu Ehrende bereits in Amt und Würden stehe, also eine Person sei, die im Leben Vieles erreicht habe. "Dies", so Niehuss, "kann man von Prof. Kling mit Fug und Recht behaupten." Habe er doch im praktischen Ingenieurbereich, als Erfinder, als Leiter eines großen Ingenieurbüros, in der wissenschaftlichen Betätigung, der studentischen Lehre und in Organisation und Leitung der beruflichen Selbstverwaltung der gesamten Zunft der Ingenieure Großes geleistet. Die Universität freue sich ganz eigennützig, sich künftig mit Ihm schmücken zu dürfen.

"Sicherlich hätte Prof. Kling früher die Möglichkeit zur Promotion gehabt", sagte Senator Univ.-Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken bei der Überreichung der Urkunde. "Aber er hat sich nach dem Krieg dem Aufbau des Landes gewidmet." Seine Arbeit war und sei gut, so Gebbeken. Er habe Kling als anpackenden, strukturierten und konstruktiven Ingenieur kennen und schätzen gelernt. "Dazu gehört bei Ihnen immer auch eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein."

Prof. Karl Kling dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung: "Diese Anerkennung meines beruflichen Lebens und Wirkens bewegt mich." In seinem Festvortrag "Der Ingenieur: Erbe - Auftrag - Verantwortung" skizzierte Kling Stationen seines internationalen beruflichen Engagements und stellte herausragende ingenieurtechnische Leistungen in Bayern und weltweit vor.

Er mahnte die Ingenieure, ihrer Verantwortung in einer in arm und reich geteilten Welt gerecht zu werden: "Ingenieure sind Realisten. Sie wissen, unsere Erde ist nicht beliebig belastbar", so Kling. "Wir tragen das Wort ‚Ingenium' in unserem Namen, was ‚Geist und Begabung' bedeutet." Dies sei Auftrag und Verpflichtung zugleich. Technik könne zwar viel, aber nicht alles. Doch der Mensch habe als einziges Lebewesen die Fähigkeit, die Folgen seines Tuns und Fehlentwicklungen zu erkennen. Kling mahnte daher alle Ingenieure, ihrer Verantwortung vor der Schöpfung gerecht zu werden.

Als Zeichen des Danks überreichte Prof. Kling einen Ölbaum. Das Wahrzeichen der Universität sei Athene, die Göttin der Weisheit. Sie habe Attica den Ölbaum geschenkt. Sein Wunsch sei, so Kling, dass die Universität der Bundeswehr so reife Früchte für Lehrende und Lernende trage wie dieser Baum.

Dekan Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reinhardt überreicht die Urkunde zur Verleihung des Grades und der Würde eines Doktors ehrenhalber im beisein von Vizepräsidentin Univ.-Prof. Dr. phil. Merith Niehuss, Senator Univ.-Prof. Dr.-Ing. Norbert Gebbeken und Bundesminister a.D. Dr. Theo Waigel an Prof. Dr.-Ing. e.h. Karl Kling.

 

 

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