Weniger Aufträge, sinkende Umsätze, schlechte Zahlungsmoral: Ingenieure kämpfen um ihre Existenz

26.03.2003     München

München (26.03.03) - Seit acht Jahren befindet sich die Bauwirtschaft in der Krise. Die Auswirkungen der Investitionsschwäche öffentlicher und privater Auftraggeber bekommen die Ingenieure in Bayern direkt zu spüren. Lediglich 40 Prozent der Planungsbüros in Bayern bezeichnen ihre allgemeine Geschäftslage als noch befriedigend. Rund ein Drittel sagt: Sie ist schlecht oder sogar sehr schlecht. Dies hat die Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau unter 2500 Beratenden Ingenieuren und freiberuflich tätigen Ingenieuren ergeben. Die Mehrzahl der Unternehmen ist bestrebt, der Krise nicht durch einen Abbau an Arbeitsplätzen zu begegnen: 77,3 Prozent wollen die Anzahl ihrer Mitarbeiter zumindest in den kommenden sechs Monaten konstant halten.

Dieser verhaltene Optimismus kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die finanzielle Lage vieler Planungsbüros stark angespannt ist. Die Ertragslage ihres Unternehmens bezeichneten lediglich 15 Prozent der Inhaber eines Ingenieurbüros als gut bis sehr gut, für 40 Prozent ist sie allenfalls befriedigend. Schlechte Erträge melden 32 Prozent, sehr schlechte Erträge sogar 13 Prozent der Umfrageteilnehmer. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich die Ertragslage bei 42 Prozent der Ingenieurbüros verschlechtert, bei 11,5 Prozent sogar stark verschlechtert. Bei rund der Hälfte aller Ingenieurbüros in Bayern sind sowohl das Auftragsvolumen als auch die Umsätze im Vergleich mit März 2002 deutlich gesunken.

Einige Ingenieurbüros haben bereits einen Anpassungsprozess an die dramatisch schlechte Entwicklung der Baukonjunktur hinter sich. 22,6 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl ihrer Mitarbeiter verringert, knapp sieben Prozent sogar stark. Und selbst wenn mehr als drei Viertel aller Büros die Mitarbeiterzahl in den kommenden sechs Monaten konstant halten will: 20 Prozent gehen davon aus, die Existenz ihres Unternehmens nur durch einen weiteren Stellenabbau sichern zu können. Der betrifft allerdings weniger die angestellten Ingenieure als die übrigen Mitarbeiter. 83 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass sich die Zahl der beschäftigten Ingenieure nicht verringern wird. Zwei Prozent planen sogar, weitere Ingenieure einzustellen.

Deutlich gesunken ist die Zahl der Aufträge öffentlicher Auftraggeber. 26,7 Prozent der Büros melden einen Rückgang, zwölf Prozent sogar einen deutlichen Rückgang öffentlicher Aufträge. Und 36 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass in den kommenden sechs Monaten erneut weniger Aufträge der öffentlichen Hand vergeben werden.

Zu einer ernsten Bedrohung für die Ingenieure hat sich die schlechte Zahlungsmoral in Deutschland entwickelt. Lediglich 19 Prozent der Umfrageteilnehmer beurteilen die Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber als gut, 42 Prozent als befriedigend. Aber 26 Prozent bewerten sie als schlecht und zehn Prozent gar als sehr schlecht. Ein ähnliches Bild ergibt sich für die privaten Auftraggeber: Deren Zahlungsmoral wird von 20 Prozent als gut und von 42 Prozent als befriedigend bezeichnet. 27 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen: Die Zahlungsmoral der Privaten ist schlecht, und neun Prozent halten sie für sehr schlecht.

 

 

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