26.05.2003 München
München/Stuttgart – Die Überlegung, Handwerksmeistern den Zu-gang zu einem Hochschulstudium zu erleichtern, ist nach Ansicht der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau durchaus richtig. Von fal-schen Voraussetzungen geht allerdings der jüngste Vorschlag des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Dr. Walter Döring aus. Er will grundsätzlich den Meisterbrief mit einem Bachelorabschluss gleichsetzen. „Die Meisterprüfung eines Handwerkers hat jedoch mit einem Studium wenig gemein“, so der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dr.-Ing. e.h. Karl Kling.
Nach Ansicht der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau muss auch künftig deutlich differenziert werden zwischen der eher praktisch ausgelegten Meisterausbildung, die beispielsweise die Befähigung zum Führen eines Handwerksbetriebs oder zum Ausbilden von Lehrlingen vermitteln soll, und einem wissenschaftlich-technischen Hochschulstudium.
„Der Vorschlag des baden-württembergischen Wirtschaftsministers Döring führt in die falsche Richtung“, sagte der Präsident der Baye-rischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dr.-Ing. e.h. Karl Kling. Ein Landwirtschaftsmeister habe eben andere Kenntnisse als ein Agrar-ingenieur, ein Bäckermeister sei beruflich anders orientiert als ein Lebensmitteltechniker und bei einem Maurermeister könne keinesfalls das Wissen eines Bauingenieur vorausgesetzt werden. „Handwerkliche Berufsausbildung und Hochschulstudium gleichsetzen zu wollen, ist weit ab der Realität“, so Kling.
„Überlegenswert ist“, sagte der Kammerpräsident, „Meistern den Zugang zu einem Hochschulstudium zu erleichtern.“ Beispielsweise könne der Meisterbrief zum Studium an einer Fachhochschule be-rechtigen. Keinesfalls dürfe der Meisterbrief jedoch als dem Bachelorabschluss gleichwertig angesehen werde. „Sollte dies geschehen, so wird es uns international immer schwerer fallen, die heute anerkannte Qualität der deutschen Hochschulausbildung weltweit zu kommunizieren“, so Kling.
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