20.10.2003 München
Realisierungswettbewerb und kreativer Ingenieurgeist ermöglichen innovative Spitzenleistung
München / Augsburg – Kommenden Freitag ist es so weit: Die Luitpoldbrücke über die Wertach in Augsburg wird für den Individualverkehr frei gegeben. Sie ist Beweis dafür, wie durch die Auslobung eines Realisierungswettbewerbs und den Einsatz kreativer Ingenieurleistung ein innovatives Bauwerk entsteht, das Weg weisend ist - und dabei gleichzeitig die Herstellungs- und die Betriebskosten des Brückenbauwerks minimiert.
Elegant spannt sich die Luitpoldbrücke über die Wertach. Für den Benutzer nahezu unsichtbar schlummert unter der Fahrbahn eine ingenieurtechnische Spitzenleistung, die hilft, die Kosten für Bau und Betrieb deutlich zu senken.
Brücken dehnen sich bei Hitze aus. Aus diesem Grund muss die Fahrbahn so auf den Stützen gelagert werden, dass diese eine Verschiebung des Überbaus ermöglichen. Diese Anschlusspunkte sind in der Regel teuer in der Herstellung und besonders wartungsintensiv, was zu erheblichen Kosten führt.
Bei der Luitpoldbrücke kam nun ein innovatives Verfahren zum Einsatz, das vom Büro Mayr + Ludescher Ingenieure (München / Stuttgart) entwickelt wurde und von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau im Januar 2003 im Rahmen des Ingenieurpreises 2003 „Ressourcenschonendes Bauen“ ausgezeichnet wurde. Die Verbindung zwischen Pfeiler und Überbau erfolgt durch so genannte Stützen-Federlamellen“. Dadurch kann auf die herkömmlichen Lagerkonstruktionen, die leichter verschleißen und nur kostenintensiv auszutauschen sind, verzichtet werden. Seit mittlerweile 15 Jahren hat sich die Stützen-Federlamelle bereits bei anderen Bauwerken bewährt, beispielsweise bei der Eisernen Brücke in Regensburg und der GVZ-Brücke Ingolstadt.
Wer also künftig die Gelegenheit hat, die Luitpoldbrücke von unten zu betrachten, der sollte einen Blick nach oben riskieren. Und wird dort statt der üblichen Brückenlager „Stützen-Federlamellen“ entdecken - innovative Ingenieurbaukunst!
Bautafel Luitpoldbrücke Augsburg:
Am Bau beteiligt waren:
· Entwurf, Ausführungsplanung und Bauleitung: Mayr + Ludescher Ingenieure, München/Stuttgart; Architekt Felix Schürmann
· Bauherr und Oberbauleitung: Stadt Augsburg
· Prüfingenieur: Dr.-Ing. habil Karl Georg Schütz, Kempten
· Baufirma: Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Neumarkt
· Baugrundgutachter: Geotechnisches Büro Prof. Dr. Schuler, Dr.-Ing. Gödecke, Augsburg
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