Michaeligymnasium München- Erweiterung Klassentrakt und Neubau Sporthalle

Beschreibung    

Am Michaeligymnasium in der Hachinger-Bach-Straße 25 in München wurde eine zwei- bzw. dreigeschossige Erweiterung des Klassentraktes mit Grundrissabmessungen von ca. 43 x 11 m bzw. 27 x 18 m gebaut. Das Gebäude schließt an einen bestehenden Mensabau an und bildet ein eigenes Ensemble im Gebäudekomplex der Schule. Gleichzeitig schließt es den ebenfalls neu gestalteten Schulhof ein und grenzt ihn zu den Straßen hin ab.

Das Klassengebäude wurde in zwei Bauabschnitten in Holzbauweise mit filigranen Stahlstützen 70x70 mm in den Fassadenebenen errichtet. Sämtliche tragenden Wände sind Holzständerwände oder Brettsperrholzwände. Die Decken und das Dach bestehen aus verleimten Hohlkastenelementen mit Spannweiten von bis zu 11 m.

Das Gebäude wird vollständig über die Decken- und Wandelemente aus Holz ohne zusätzliche Verbände o.ä. ausgesteift.

Durch die Elementbauweise sowohl der Holzwände als auch der Decken und dem damit verbundenen hohen Vorfertigungsgrad konnte ein zügiger, auf den Schulferienplan abgestimmter, Baufortschritt realisiert werden.

An der Rückseite des Schulkomplexes wurde eine neue Sporthalle mit Grundrissabmessungen von 24 x 30 m errichtet.

Die Dachkonstruktion der Halle besteht aus weitgespannten Brettschichtholzträgern im Querschnitt 12 x 100 cm und einer Länge von 24 m. Darauf liegt eine flächige Furnierschichtholzplatte, die gleichzeitig die Aussteifung in der Dachebene sicherstellt.

Die Brettschichtholzträger werden am Zwischenauflager über einen versteckten Träger hochgehängt und über eine Seilkonstruktion gegen Kippen gesichert. An den Außenwänden werden sie durch das umlaufende Glas-Fensterband horizontal gehalten. Durch das umlaufende Glasband entsteht dadurch der Eindruck einer schwebenden Dachkonstruktion.

Die besonderen Herausforderungen des Projekts lagen in der Planung und statischer Auslegung der Anschlusspunkte, die auf engstem Raum mit hohem architektonischem Anspruch und unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften des Werkstoffes Holz ein hohes Maß an Entwicklungsarbeit erforderten.

Die Holzdecken mit großen Spannweiten in den Klassenräumen bedingten außerdem ein besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Schwingungsanfälligkeit während der Nutzung und deren Berechnung.

Innovative und/oder nachhaltige Aspekte des Bauwerkes
Der Werkstoff Holz ist der Inbegriff des nachhaltigen Baustoffs. Im beschriebenen Projekt wurde er sowohl für tragende und aussteifende Elemente als auch als für den Ausbau eingesetzt. Der Energieeinsatz für die Gewinnung und Verarbeitung ist relativ gering und durch die Verwendung einheimischer Hölzer werden Transportwege kurz gehalten. Bei einer energetischen Verwertung am Ende seiner Lebensdauer kann aus dem Baustoff Holz erneut Energie gewonnen werden, wobei dabei nur so viel CO2 ausgestoßen wird, wie der Baum in der Wachstumsphase gebunden hat. Einheimisches Holz ist daher der nachhaltigste aller Baustoffe und trägt aktiv zu einer guten Ökobilanz bei.

Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist das behagliche Raumklima, das durch die Verwendung von Holzbaustoffen erzeugt wird. Besonders in Räumen, in denen konzentriert gelernt werden muss, ist ein gutes Raumklima von besonderem Vorteil und kann zur besseren Aufnahmefähigkeit, sowie generell mehr Freude am Besuch der Schule, sowohl bei SchülerInnen als auch Lehrkräften, beitragen.

Als besonders innovative Aspekte in technischer Hinsicht werden zwei Punkte besonders hervorgehoben:

  • Decken als vorgefertigte Hohlkastenelemente aus Holz und Holzwerkstoffen mit Spannweiten bis zu 11 m im Klassentrakt: Die Deckenelemente dienen gleichzeitig der Aussteifung des Bestandsgebäudes, in dem bis auf die vorhandenen Holzwände auf gesonderte Aussteifungselemente verzichtet wurde. Die Deckenelemente liegen auf einer Innenwand und auf Stahlstützen 70 x 70 mm mit entsprechend minimalistisch ausgeführtem Decken-Stützenknoten auf.
  • Brettschichtholzträger mit verstecktem Zwischenauflager und Kippaussteifung über ein Drahtseil: Am Zwischenauflager werden die sehr schlanken aber relativ hohen Brettschichtholzträger lediglich über ein Zugseil aus Edelstahl gegen Kippen gehalten. Die Detailausbildung folgte dem hohen architektonischen Anspruch und wurde auf ein Minimum an sichtbaren Elementen reduziert.
Das Ergebnis für den Kunden sind sehr anschauliche Bauwerke mit funktionaler Ästhetik und optimaler Ausnutzung der Werkstoffe nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Abgestimmt auf den Schulplan wurden die Bauteile in sehr kurzer Zeit fertiggestellt.

Funktion, Ästhetik und Statik konnten in einem optimalen Gesamtergebnis in Einklang gebracht werden. 

Projektzeit

 2009 - 2013

Bauherr

Landeshauptstadt München, Baureferat Hochbau Abt. H35

Ingenieurbüro

AJG Ingenieure GmbH
Konrad-Zuse-Platz 1
81829 München
www.ajg-ing.de

Michaeligymnasium Klassentrakt
Außenansicht

Michaeligymnasium Klassentrakt


 

Michaeligymnasium Sporthalle
Außenansicht



















Michaeligymnasium Sporthalle


Michaeligymnasium "schwebende" Dachkonstruktion



















Michaeligymnasium Dachkonstruktion


 

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